Rock am Ring: Schreibfehler führt zu Terroralarm

Wed, 14 Jun 2017 14:48:00 GMT von

Das Festivalgelände musste geräumt werden, viele Menschen ängstigten sich, der Headliner-Auftritt von Rammstein konnte nicht wie geplant stattfinden - alles nur, weil die Namen zweier Aufbauhelfer nicht korrekt dokumentiert waren?

Tatsächlich: Ein Schreibfehler war für den Terror-Alarm bei Rock am Ring verantwortlich, wie sich nun herausgestellt haben soll. Gegenüber der Mainzer "Allgemeinen Zeitung" erklärte Johannes Kunz, Präsident des Rheinland-Pfälzischen Landeskriminalamts: "Die Namen der Verdächtigen waren falsch geschrieben, wiesen aber eine phonetische Ähnlichkeit mit den realen Schreibweisen auf." Die Lage sei "sehr ernst" gewesen, ergänzte Kunz: "Wir konnten konkrete Tatvorbereitungen in Richtung eines Anschlages nicht ausschließen."

Viel Aufregung, aber schnelle Entwarnung

Aufgrund der Unstimmigkeiten auf den Personallisten des Veranstalters und der Tatsache, dass das LKA eine Verbindung der beiden Verdächtigen zur hessischen Salafistenszene vermutete, wurde das Festival kurzzeitig unterbrochen, ehe es ohne nennenswerte Zwischenfälle fortgesetzt wurde. In der Folge hatte Veranstalter Marek Lieberberg Muslime dazu aufgerufen, sich stärker von Islamisten zu distanzieren. In der "Welt am Sonntag" forderte er außerdem mehr bewaffnete Polizeipräsenz, um Festivals zu schützen.

Personalüberprüfung besser organisieren

LKA-Chef Kunz forderte seinerseits ebenfalls Konsequenzen. Er verlangt, dass Personaldokumente der Polizei künftig frühzeitig übergeben werden. Außerdem sollen die Ämter, die bisher bei Großveranstaltungen nur das Sicherheitspersonal überprüfen, ihre Kontrollen auch auf Aufbauhelfer ausweiten.

teleschau | der mediendienst



0 Kommentare

Wenn du dich anmeldest brauchst du deinen Namen nicht bei jedem Kommentar anzugeben.

Qmn