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erhältlich ab
03.07.2015
Genre
  • Hip Hop/Rap
  • Rap / Pop
Studio
Chimperator
Vertrieb
Groove Attack
Laufzeit
00:01 h
Untertitel
Keine
Bild
1,78:1 (1080p24, AVC), BD 50
Ton
DTS / PCM
Sprachen
Deutsch (DTS-HD MA 5.1 / PCM 2.0)
Extras
Making-of; Interlude-Videos
FSK
6
Preis
ca. 18 Euro

Bewertung

Bild
Ton
Extras
Gesamt

Panda ohne Stecker

Gerade mal zwei Alben hatte Cro vorausgeschickt, bevor er ein "MTV Unplugged" aufnehmen durfte. Eric Clapton, Nirvana, Herbert Grönemeyer und nun Cro - in einer Reihe? Gehen uns die wirklich großen Künstler aus? Immerhin hat der 25-jährige Rapper in den letzten drei Jahren so ziemlich alles "abgerissen" - wie es sein Kollege Haftbefehl im beigefügten Making-of zum großen Abend formuliert. Und tatsächlich beweist der dauernette Mittzwanziger mit der Panda-Maskierung, dass er nicht nur süße Hits säuseln kann. Aufgrund seiner großartigen Musikalität qualifiziert sich Cro tatsächlich für diesen TV-gesponsorten, stromlosen Auftritt - aufgezeichnet im Lichtspielhaus Scala in Ludwigsburg.

Tatsächlich wirkt Cro sehr eingeschüchtert vom Mythos "MTV Unplugged". Der junge Mann aus der schwäbischen Provinz schaut fast unentwegt auf den Bühnenboden - und leider kaum ins Publikum. Vielleicht ist es die Nervosität. Ein sitzendes Publikum, wohl mehrheitlich bestehend aus Freunden, Kollegen und professionellen Partnern, hat es sich in den roten Kinosesseln gemütlich gemacht. Vielleicht ist das Stoische aber auch eine Form der Konzentration. Vom Komponisten Lillo Scrimali ließ sich Cro seine eigenen Beats umschreiben, passend für ein 22-köpfiges Orchester aus Streichern, Bläsern, Percussion, Gitarre, Bass und Background-Sängern. Am Ende geht es aber natürlich um ihn, um seine Handschrift und um seine finale Entscheidung, wie etwas zu klingen hat. Eindrucksvoll nachvollziehen kann man diesen Prozess in der fast einstündigen Making-of-Doku im Bonusteil.

Die Lieder halten sich eng an die Originale. Scrimali, der bereits ähnliche Gala-Abende für Max Herre (2013) und Die Fantastischen Vier (2000) musikalisch konzeptionierte, schafft es, die locker flockigen Instrumentals des Platin-Rappers auf "echte" Musiker zu übertragen. Vielleicht wäre hier und da etwas mehr Individualität wünschenswert gewesen. Lieblosigkeit kann man dem Projekt aber sicher nicht vorwerfen. So führt Cro durch einen musikalischen Abend ohne viel Ablenkung. Das Konzept der eingespielten Videos, in denen der Star seine angebliche Verspätung erklären will, zünden leider nicht sonderlich - sie tragen zur Atmosphäre wenig bei.

Dagegen ist die Arbeit auf der Bühne durchaus sehenswert. Wäre da bloß nicht die Verweigerung Cros, mit dem Publikum zu spielen. Ganz anders als ein Teil seiner Gäste: Max Herre etwa, der während "Lange her" auf die Bühne kommt und den verschüchterten Cro samt seinem Kollegen Teesy jegliche Show stiehlt. Oder die Prinzen, die mit ihrem Übergang zwischen "Millionär" und "Einmal um die Welt" eines der Highlights des Abends setzen. Ein emotionales Ende schaffen die Orsons, die mit dem Gastgeber "Jetzt" performen, bevor dieser mit "Traum" ein letztes Mal die Mädels aus der ersten Reihe glücklich macht. An Cros Rap- und Gesangskünsten haben diese und alle anderen Gäste fast zwei Stunden lang sowieso nichts auszusetzen. Trotz aller Aufgeregtheit liefert Cro ab - und verdient sich so einen Eintrag in die "MTV Unplugged"-Annalen.

Max Trompeter
teleschau | der mediendienst

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