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erhältlich ab
16.10.2015
Genre
  • Hard&Heavy
  • Rap Metal
Studio
Edel
Vertrieb
Edel
Laufzeit
00:01 h
Untertitel
Keine
Bild
1,78:1 (1080i60, AVC), BD 25
Ton
DTS / PCM
Sprachen
Englisch (DTS-HD MA 5.1 / PCM 2.0)
Extras
Hinter den Kulissen; Interview mit Initiatoren
FSK
ohne Altersbeschränkung
Preis
ca. 22 Euro

Bewertung

Bild
Ton
Extras
Gesamt

Zorn gegen die Musikmaschine

Als größten "David-gegen-Goliath-Aufstand der Musikgeschichte" bezeichnet eine Stimme aus dem Off die Vorkommnisse, die Rage Against The Machines Auftritt im Londoner Finsbury Park erst möglich machten. Man habe es der Musikindustrie gezeigt, offenbart, dass das Unmögliche möglich sein kann. Dabei ging es nicht darum, die nur schwerlich für weitere Auftritte zu begeisternden Crossover-Legenden nach London zu lotsen - für lau sogar. Vielmehr spricht die Stimme eine Kampagne an, die Zack De La Rocha, Tom Morello und Kollegen unverhofft und erstmals überhaupt auf den Spitzenplatz der britischen Single-Charts hievte. Dies geschah 2009 auf Geheiß eines britischen Radio-DJs und dessen Frau. An den Weihnachtsfeiertagen sollte "Killing In The Name" auf Platz eins stehen und nicht wie üblich der abermals frischgekürte und bald vergessene "X-Factor"-Gewinner.

Die sonore Stimme am Anfang des Bluray-Disc-Mitschnitts gehört keinem Geringeren als Chuck D, Rapper und Vorsteher von Public Enemy. Der 55-Jährige gilt wie kaum ein anderer als sozialkritisches Gewissen der amerikanischen Musikszene. Doch auch bei Rage Against The Machine war die politische Orientierung, nämlich weit links, nie ein Geheimnis und sogar Mittelpunkt ihres Schaffens. Dass ihre Hymne gegen institutionellen Rassismus und Polizeigewalt 2009 gerade zu Weihnachten erneut erschallen sollte - eine klare Botschaft gegen musikalische Popwillkür.

Die Briten schenken ihrer Hitparade bekanntlich weit mehr Aufmerksamkeit, als man das etwa in Deutschland gewohnt ist. Und gerade die Weihnachts-Nummer-Eins ist eine extrem große Nummer. Dass Jon und Tracy Morter, die Initiatoren des Facebook-Aufrufs, dem britischen Pop-Zar und "X-Factor"-Boss Simon Cowell damit ein Schnippchen schlugen - die Begeisterung dafür ist ihnen im beiliegenden Interview leicht abzunehmen. Und auch Rage Against The Machine zeigen ihre Begeisterung, luden ihre britischen Fans im darauffolgenden Sommer in den Finsbury Park ein, um sich mit einem 60-Minuten-Set dankbar zu zeigen. Die Einnahmen spendeten die Linksaktivisten selbstverständlich, unter anderem an "Shelter", einer britischen Obdachlosen- und Wohnungshilfe.

Was die Kalifornier also aus der Geschichte machten, ist aller Ehre wert. Nur hakt es an dem eigentlich großartigen aufgenommenen Auftritt: Den Crossover-Helden ist anzumerken, dass ihre besten Jahre schon etwas zurückliegen und dass trotz dem ab 2007 ausgerufenen Live-Comback das gemeinsame Zusammenspiel nicht mehr vergangene Spitzen erreichen kann. An der Bassgitarre fehlt Tempo, am Schlagzeug Druck. So richtig kommen die alten funky Rockpassagen nicht aus dem Quark. Der Begeisterung im Publikum tut dies aber keinen Abbruch.

Bildtechnisch fällt ein optisches Rieseln ins Gewicht, bei schnelleren Bewegungen entstehen Unschärfen. Die 5.1-Abmischung hallt etwas, der Bass wurde bei beiden Tonspuren dafür gelungen übertragen. Als Bonus liegt ein kurzes Hinter-den-Kulissen-Video bei, in dem der Chef-Kameramann und Helfer von Shelter interviewt werden. Zudem gibt es - wie erwähnt - ein alles abrundendes Interview mit Jon und Tracy Morter.

Auch auf DVD erhältlich.

Max Trompeter
teleschau | der mediendienst

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