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erhältlich ab
26.08.2016
Genre
  • Rock/Pop
  • Glam-Rock
Studio
Universal
Vertrieb
Universal
Laufzeit
00:00 h
Untertitel
Bild
Ton
Sprachen
Extras
FSK
ohne Altersbeschränkung
Preis

Bewertung

Bild
Ton
Extras
Gesamt

Wer küsst, gewinnt

Kiss und Las Vegas, das passt. Schrill, bunt, laut: Diese Attribute treffen auf beide zu. Der größte Rockzirkus der Welt machte Station in der "Sin City". Und das gleich für eine ganze Konzertserie. Im November 2014 fand sich der Live-Mythos im "The Joint" ein, das bereits Bands wie Guns N'Roses oder Def Leppard für DVD-Veröffentlichungen beherbergte. "Kiss Rocks Vegas" ist das nächste beeindruckende Dokument aus den heiligen Konzerthallen des Hard Rock Hotel & Casino.

Heilig deshalb, weil die Kombination ungewöhnlich ist: Die Möglichkeit zur Präsentation einer dicken Show vor gerade mal ein paar tausend Zuhörern. Bestuhlt ist der Saal, was einerseits der Atmosphäre wenig zuträglich ist. Andererseits bietet dies aber die Gelegenheit, vergleichsweise entspannt und aus nächster Nähe eine Band zu betrachten, die normalerweise nur die großen Arenen der Welt bespielt.

Immer wieder schwenken die Kameras ins Publikum, halten die Gesichter fest. Vom kleinen Kind zum gesetzteren Herrn, von geschminkten Fans zu partyfreudigen Damen: Alle kamen sie. Und auch auf der Bühne spielt das Alter keine Rolle. Es verschwindet unter Masken sowie hinter zeitlosen Songs und Pyrotechnik.

Passend dazu streckt sich das Programm über die gesamte Karriere: Vom selbstbetitelten Debüt ("Deuce", "Black Diamond") bis zum aktuellen Album "Monster" (2012), von dem "Hell Or Hallelujah" seinen Weg ins Programm fand. Manch Klassiker fehlt ("I Was Made For Lovin' You", "Cold Gin"), ausgefallenere, eher selten gehörte Titel wie "Tears Are Falling" gibt es kaum.

Unterm Strich ist alles so, wie es sich für Kiss gehört: Der Mitschnitt beginnt mit "Detroit Rock City", hangelt sich unter anderem an "Lick It Up" und "Love Gun" entlang und endet mit "Rock And Roll All Nite". Es wird Feuer geschluckt und Blut gespuckt, aus dem Gitarrenhals geschossen und über das Publikum geschwebt. Selbst wer der Musik wenig abgewinnen kann, wird prächtig unterhalten.

Punkte sammelt "Kiss Rocks Vegas" aber nicht nur aufgrund der farbenfrohen und in standesgemäßer Bild- und Tonqualität festgehaltenen Hauptshow, sondern auch aufgrund des Bonusteils. "Kiss Acoustic" nennt sich dieser. Sicher, ungeschminkt und abgespeckt wirkt das alles wenig glamourös. Titel wie "Hard Luck Woman" oder "Beth" werden jedoch ebenfalls ewig jung bleiben. Und der kleine Auftritt bildet - wie einst "Kiss Unplugged" (1996) - ein wunderbares Kontrastprogramm zum heißesten Spektakel, das die Rockwelt je gesehen hat.

Alexander Diehl
teleschau | der mediendienst

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