erhältlich ab
22.02.2013
Genre
  • Rock/Pop
  • Rock
Studio
Eagle Vision
Vertrieb
Edel
Laufzeit
02:14 h
Untertitel
Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Portugiesisch
Bild
1,78:1 (anamorph)
Ton
DTS, Dolby Digital
Sprachen
Englisch (DTS 5.1, DD 5.1, DD 2.0)
Extras
Interviews, Live-Tracks, Making Of, Trailer
FSK
12
Preis
ca. 18 Euro

Bewertung

Bild
Ton
Extras
Gesamt
Diese DVD jetzt kaufen

Ein Traum, der wahr wurde

Kaum sind die großen Feierlichkeiten zum 50. Bandjubiläum der Rolling Stones abgeebbt, gibt es noch einen kleinen Nachschlag: Er kommt in Form der gut zweistündigen Dokumentation "Crossfire Hurricane", deren Titel aus dem Text des unzerstörbaren "Jumpin' Jack Flash" entnommen wurde. Regisseur Brett Morgen rief die vier aktiven Stones-Mitglieder im Jubiläums-Jahr 2012 zur Audienz, begleitet von den beiden berühmtesten Ex-Mitstreitern, Mick Taylor und Bill Wyman. Morgen sammelte und sichtete alte Filmaufnahmen und bat die Herren um begleitende Kommentare aus der guten alten Zeit. Um den Bilderfluss aus gut zwei Dekaden Rolling Stones nicht zu stören, werden die aus dem Nähkästchen plaudernden Kumpanen nicht gefilmt, die launigen Anekdoten kommen ausschließlich aus dem Audio-Off.

Vom närrischen Karrierebeginn mit hysterischen Mädels und Jungs jeglicher Couleur, ersten Drogenerfahrungen und lustigen Bandinterna hangeln sich die Stones zum frühen Tod von Brian Jones, der respektvoll diskutiert und behandelt wird. Es wird deutlich, wie tief der verbliebene Schmerz noch sitzt.

Es herrscht große Offenheit: Mick Taylor gibt unumwunden zu, 1974 allein wegen der Drogen ausgestiegen zu sein. Da lag die grauenvolle Erfahrung des desolaten Altamont-Konzerts, bei dem ein Fan von Hells Angels-Mitgliedern erstochen wurde, bereits ein paar Jahre zurück. Die bedrückenden Bilder des Events sprechen für sich, doch die positiv gestimmten "Exile"-Sessions in Südfrankreich und der nachfolgend belichtete Stadion-Tour-Wahnsinn sorgen für bessere Stimmung bei den alten Herren. Meist kann sich Charlie Watts ohnehin an nicht mehr viel erinnern, während Keith Richards von einem wahr gewordenen Märchen schwärmt.

Die Dokumentation - und das ist wohl das größte Manko von "Crossfire Hurricane" - endet nach knapp zwei Stunden Laufzeit im Jahr 1981, zur Amerika Tour "Still Life". Jene Zeit, in der die Stones bereits endgültig zur Legende geworden waren. Einzig der Abspann zeigt kurz neueres Material, einen Ausschnitt aus dem fünf Jahre alten Konzert-Opus "Shine A Light". Eine wohl durchdachte und umfassende Erzählstruktur sieht da wahrlich anders aus.

Für wen taugt also "Crossfire Hurricane"? Gut informierte Alt-Fans erfahren keine neuen Hintergrundinformationen, auch das Bildmaterial ist teilweise schon bekannt. Jüngere Interessierte, die die Band bisher nur als Stadien füllende Rock-Opas mit Kultstatus wahrgenommen haben, bekommen immerhin einen gelungenen Abriss der ersten beiden wilden Stones-Dekaden geliefert und können sich an den verlebten Stimmen der kommentierenden Jubilare erfreuen.

Im Bonusmaterial darf man die blutjunge Truppe 1965 bei ihrer frenetisch gefeierten Ankunft in Münster beobachten, die Kameras dokumentierten zwei Songs in körnigem Schwarz-Weiß vor seligen Teenagern: "Satisfaction" und "I'm Allright". Zudem enthalten: ein Interview mit Regisseur Brett Morgen, ein kurzes Making Of sowie ein Trailer zum Film.

Constantin Aravanlis
teleschau | der mediendienst

0 Kommentare

Wenn du dich anmeldest brauchst du deinen Namen nicht bei jedem Kommentar anzugeben.

Qmn