John Newman Biografie

Hin und wieder kommt es vor, dass ein echtes Ausnahmetalent wie aus dem Nichts auf den Plan tritt: John Newman ist so ein Fall. Er ist gerade mal 22 Jahre alt, aber seine Stimme und seine Songs haben einen Tiefgang, ein Gewicht, eine Wucht, die nach viel mehr Erfahrung und Reife klingt. Als echter Allrounder macht John alles im Alleingang: Er schreibt, produziert, performt und remixt seine Tracks nicht nur selbst, sondern schreibt obendrein auch noch seine eigenen Video-Treatments und entwirft seine Klamotten. Mehr geht ja eigentlich kaum, wenn man mal ehrlich ist.

2012, also ein ganzes Jahr vor seinem ersten Solomaterial, hatte John Newman schon eine #1-Single in UK zu verbuchen, war obendrein bei Later with Jools aufgetreten, wie auch in der Weihnachtssendung von Top Of The Pops, und schließlich hatte er auch noch zwei der größten UK-Dance-Hits der letzten Jahre geschrieben und mit eingesungen: "Feel The Love" von Rudimental, sowie die unfassbare Nachfolgerhymne "Not Giving In".

Wer auf schräge Situationen und die Ironie des Schicksals steht, wird sicher Gefallen an der Tatsache finden, dass John gerade im Krankenhaus lag, wo ihm ein kleiner Gehirntumor (kein Krebs) entfernt worden war, als er ersteren Track zum ersten Mal im Radio hörte: "Ich wachte auf und plötzlich lief da mein Song im Radio", erinnert er sich und lacht. "Das war echt surreal. Die Schwester war ziemlich locker, und es fühlte sich gut an, sich umzudrehen und sagen zu können: 'Der da ist von mir.'" Kurze Zeit nachdem er aus dem Krankenhaus kam, belegte "Feel The Love" auch schon Platz #1 der UK-Charts.

Nachdem er ein ganzes Jahr lang mit Rudimental und Plan B verbracht, mit ihnen geschrieben, aufgenommen und Auftritte absolviert hat, ist für John nun der große Moment gekommen, die erste eigene Single "Love Me Again" zu veröffentlichen: "Love Me Again" ist ein unglaublich ansteckendes, tanzbares Monstrum, ein massiver emotionaler Ritt, ein Banger, der alles vereint, was John seit seiner Kindheit an Einflüssen in sich aufgesaugt hat... und das sind nicht wenige Dinge!

Der in Settle (in North Yorkshire) geborene John Newman wuchs mit einer Mutter auf, die regelrecht besessen war, was Motown-Releases und Northern Soul anging; und doch konnte er sich als Kind partout nicht vorstellen, dass man auch selbst einmal Sänger werden und seinen Gefühlen musikalisch Ausdruck verleihen konnte. Wo er aufwuchs, existierte diese Möglichkeit nicht, es sprach kein Mensch davon; und wenn er doch einmal diese Idee ausgesprochen hätte, wären seine Mitschüler sicher kein bisschen amüsiert gewesen...

Doch hatte John als Teenager immerhin auch mitbekommen, wie sein großer Bruder das Elternhaus verlassen und eine Band gegründet hatte; es musste da draußen also durchaus noch eine Welt geben, in der ganz andere Regeln galten.

Johns Mutter hatte als junge Frau häufig im Wigan-Pier-Club zu Northern-Soul-Scheiben getanzt; und nun, ein Vierteljahrhundert später, war John auch dort angekommen – nur tanzte er zu Hard House, "the Donk", wie er heute dazu sagt. Zum Glück war „the Donk“ nur die Einstiegsdroge für ihn...

"So kam ich zur House-Musik", meint John, "und dadurch bin ich dann wiederum bei der Plattensammlung meiner Mutter gelandet."

Anders gesagt: Die Scheuklappen waren abgefallen. Aus dem anfänglichen Hang zum House wurde ein Faible für HipHop, dann ging’s weiter mit Motown, dann mit der bunt gemischten Vinylsammlung der Mutter, alles Siebziger- und Achtziger-Schätze, unter anderem von Leuten wie Diana Ross oder James Brown, dann kamen Northern Soul und etwas Punk, und John spielte diese ganzen Sachen so häufig, dass er irgendwann bei Geburtstagspartys den DJ-Job übernahm. Allerdings hörte er parallel dazu auch Damien Rice, Ray Lamontagne und Ben Harper und arbeitete an seinen Gitarrenkünsten, und mit 15 übernahm er schließlich die kleine Schrankkammer unter der Treppe: Als echter DIY-Bastler (er hatte sich schließlich schon als Kind eigene Go-Karts in der Garage gebaut), verwandelte er sie binnen kürzester Zeit in sein allererstes Mini-Studio.

Hier entstanden schon bald, ausgestattet mit Akustikgitarre, angeschlagenem Laptop und "den schrottigen Lautsprechern", erste House- und HipHop-Instrumentals, in denen er einfach all das, was er von seinen Platten kannte, zu einem passenden Ganzen zusammenfügte. Und so dauerte es auch nicht lange, bis er zu den eigenen Beats noch die nötigen Vocals beisteuerte und dann in Pubs auftrat und Gigs spielte, die er – ganz DIY – natürlich mit selbstgestalteten Postern ankündigte: Fotoshooting, Design, Druck, alles lief unter seiner Regie. Als dann MySpace aufkam, präsentierte er sich auch dort – und hatte schon bald kaum noch Zeit für seine alten "Hobbys"...

"Ja, irgendwann hatte ich keine Zeit mehr für so Aktionen, die mit Stress mit den Cops enden; ich musste mich einfach voll und ganz auf die Musik konzentrieren", sagt er und bezieht sich z.B. auf illegale Querfeldein-Mopedtouren und sonstige Späße, die er offensichtlich kein bisschen vermisst. "Samstagmorgens nicht in einer Zelle aufzuwachen, fühlte sich irgendwie besser an."

Als John dann die Schule hinter sich gebracht hatte, wollte er ursprünglich KFZ-Mechaniker werden; doch irgendwann fiel ihm auf, dass er viel zu häufig in der letzten Reihe einnickte (weil die Auftritte immer so spät endeten), anstatt sich auf die neuesten Vergasertheorien zu konzentrieren. "Ich saß stattdessen also im Unterricht und schrieb an neuen Songs. Ich hatte mich gewissermaßen komplett für die Musik entschieden, und wenn ich mal einen Entschluss gefasst habe, dann mache ich das auch richtig!"

Der Entschluss stand also, und so zog John nach Leeds, wo er sich am College of Music einschrieb: "Plötzlich waren da diese kulturellen Einflüsse in meinem Leben", meint er rückblickend. Dazu entpuppte sich auch das Studentenleben als Inspirationsquelle, was sich auch in der Musik widerspiegelte. John beschreibt die drei Jahre in Leeds als "fantastisch und grausam zugleich": Zwei seiner engsten Freunde starben bei einem tragischen Autounfall, woraufhin John wochenlang vor sich hin dämmerte und einfach nicht mehr weiter wusste. Doch dann kam der Job als "Gläser-Einsammler", dann der als Cocktailbarkeeper, und auch seine Gigs wurden immer besser. Zum ersten Mal in seinem Leben spürte er etwas wie Akzeptanz. "In Leeds zählte nur, wer du bist, was für eine Persönlichkeit du ins Spiel brachtest. Am Ende meiner Zeit in der Stadt wusste ich, dass das, was ich machte, schon verdammt cool war."

Als nächste Station konnte nur London an die Reihe kommen: John zog in eine "schäbige alte Lagerhalle" und fing noch mal von vorne an. Während er im Old Dairy in Stroud Green arbeitete, lernte er einen gewissen Piers Agget kennen und gründete mit ihm seine erste Band – also noch bevor Piers Rudimental gründen sollte. Die beiden versammelten noch ein paar andere Musiker um sich und traten überall in London auf. Dann trat John seinen neuen Job im Silver Bullet in Finsbury Park an, wo er noch diverse andere Musiker kennen lernte, die dorthin kamen, um aufzutreten, Sessions abzuhalten, "und zu rauchen natürlich", wie John lachend ergänzt.

Die Songs, die während dieser Zeit entstanden? Da wäre zum Beispiel "Cheating", die Geschichte eines dünnhäutigen Typen, der seiner untreuen besseren Hälfte vergibt, geschrieben zusammen mit seinem alten Gitarristen Jack, der gerade in einem Zelt in einer dunklen Ecke einer Lagerhalle lebte, als John in auftat. "Gold Dust" handelt davon letztlich doch auf Ehrlichkeit zu setzen und zu sagen: "Hör mal, es gibt da etwas, das ich dir sagen muss..." Das von Ängsten und Paranoia durchzogene "Losing Sleep" handelt von einem Menschen, der verlassen wird und sich fühlt "wie ein Kind, das die Nacht fürchtet", während "Out Of My Head", ein etwas ruhigeres Stück, sich auch um Einsamkeit dreht – und darum, sich jeden Abend einen einzuschenken, um damit klarzukommen. Manchmal gibt es einfach keinen besseren Ort als eine Bar voller Menschen, denn dort wird man schon einen Gesprächspartner finden.

Wenn John davon erzählt, wie sehr er auf Otis Redding, Led Zeppelin, Marvin Gaye und Adele steht, oder auf Piano-Klassiker wie "Sweet Harmony" von Liquid, ganz zu schweigen von Black Box' "Ride On Time", dann sieht man ihn ganz deutlich: Den Jungen aus der Kleinstadt, der sich in die Musik verliebte und nie damit gerechnet hätte, dass sie einmal sein Ausweg, sein ganzes Leben sein könnte.

"Ich kann die Stille einfach nicht ausstehen", sagt er abschließend, bevor er zusammenpackt und ins Studio zurückkehrt. "Wenn alles um mich herum still ist, denke ich zu viel nach. Heute erst weiß ich, wie sehr ich den Sound mag, den man hört, wenn man auf einem Hügel sitzt und dem Wind und den Vögeln zuhört. Wir alle sollten uns das häufiger anhören, denn wenn man richtig zuhört, fühlt man sich automatisch nicht mehr so allein..." (UMG)

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2 Personen sind Fan von John Newman

John Newman Love Me Again

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toni

toller song, hammer stimme

Thu, 19 Jun 2014 08:30:37 GMT
Ronja

ich liebe dieses lied *-*

Mon, 05 May 2014 07:58:51 GMT

John Newman Losing Sleep

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John Newman Cheating

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jojo15

i love dieses lied

Fri, 03 Jan 2014 18:42:54 GMT
Powergirl

Wow!!!
That's a best Song ever!!!!!!!!!!!!! I love it!

Sat, 07 Dec 2013 17:11:00 GMT

John Newman Cheating

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Qmn