Cabaret Voltaire

Cabaret Voltaire

Berto Garcia | CC BY-SA 2.0

Cabaret Voltaire Biografie

Cabaret Voltaire wurde von Chris Watson, Richard H. Kirk und Stephen Mallinder 1973 im englischen Sheffield gegründet.

Sie nannten sich nach einem berühmten Treff der berüchtigten Dadaisten in Zürich. Die Dadaisten rebellierten zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit ihrer Kunst gegen bürgerliche Maßstäbe, sie bevorzugten unverständliche und daher oft schockierende Verfahrensweisen.

Die Gruppe Cabaret Voltaire nannte sich nicht ohne Grund nach dem Dadaisten-Treff. Die Klang-Montagen, zum Teil aus Industriegeräuschen, verfremdeten Radio- und Fernsehmitschnitten und verzerrten Mehrfachüberspielungen eines Hammerschlages bestehend, die Cabaret Voltaire bei ihren ersten Live-Auftritten präsentierten, verwirrten das Publikum so sehr, dass einige Zuhörer total aus der Fassung gerieten und die Band von der Bühne prügelten.

Gründungsmitglied Stephen Mallinder zog sich dabei den Bruch eines Wirbelknochens zu.

In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre verbesserte sich die Akzeptanz beim Publikum, das durch die aufkommende Entwicklung des Punk Rock aufgeschlossener wurde und auch immer mehr bereit war, sich der experimentellen Musik von Cabaret Voltaire zu öffnen.

Das erste Album der Gruppe erschien Ende der 70er Jahre und zeigte eine abstrakte Tanzmusik, die Unzufriedenheit, Verweigerung und Zerstörung ausdrückte und damit der Soundtrack für Ghetto-Unruhen, Jugend-Rebellion und Arbeitslosen-Frust war. Die zweite LP von Cabaret Voltaire im Jahr 1981 wurde von einigen Kritikern als "erste visionäre Zukunfts-Pop-LP der Dekade" eingestuft.

Die Band hatte inzwischen mit ihren hypnotisch anmutenden Rhythmen, dem sich ständig wiederholenden Dauer-Widerhall und mit ihrer sphärischen Klangkulisse in einigen Fankreisen durchaus Kultstatus gewonnen. Dabei drückten Cabaret Voltaire einen einzigartigen Stil zwischen großstädtischer Schrottplatz-Atmo und Surrealismus auch in ihren Texten aus, die Rhythmen der Band wurden auch als "hitzige Busch-Beat-Mystik" bezeichnet.

Gründungsmitglied Chris Watson verließ Cabaret Voltaire im Jahr 1983, obwohl die Band gerade erfolgreiche Touren durch Amerika, Japan und Europa absolviert hatte. Daraufhin veränderte sich die Musik von Cabaret Voltaire mehr in eine kommerziellere Richtung.

Dieser Stilwechsel brachte der Gruppe die in Großbritannien bisher höchste Chartplatzierung auf Platz 31. Mit ihren frühen experimentellen Sounds ist Cabaret Voltaire eine der besonders originellen Bands der Industrial- und Techno-Richtung.

Die Tanzmusik, die die Band Ende der 90er Jahre schuf, hatte jeglichen experimentellen Charakter verloren. Cabaret Voltaire muss insgesamt als Vorläufer jüngerer Dancefloor-Musik bis zu Techno gesehen werden.

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