ASD - Blockbasta
erhältlich ab
03.07.2015
Genre
  • Hip Hop/Rap
  • Rap
Label
Four Music
Vertrieb
Sony
Laufzeit
00:53:22
Redaktion
Eure Bewertung

Nur Party ist auch öde

Der Stuttgarter Afrob und der Hamburger Samy Deluxe sind aus der hiesigen Rap-Szene nicht wegzudenken. Trotzdem dauerte es zwölf Jahre, bis sie gemeinsam als ASD für ein zweites Album zusammengefunden haben. Verlernt haben die beiden nichts, und die Routine merkt man ihnen jede Sekunde an. Trotzdem reicht das Dargebotene auf "Blockbasta" nicht mehr ganz für die Spitzengruppe.

Vor knapp zwölf Jahren hoben die beiden Rap-Größen ASD aus der Taufe. Beide genossen damals zwar schon eine beachtliche Bekanntheit, HipHop war aber längst nicht so breit aufgestellt, wie er heute ist. Der Hype um die neue Berliner Härte etwa stand seiner Zeit noch bevor. Trotzdem überraschte vor allem die Vielzahl an guten amerikanischen Produzenten wie beispielsweise J Dilla, die die beiden für ihr Album "Wer hätte das gedacht?" verpflichten konnten. Und dann war da mit "Sneak Preview" auch dieser eine Überhit, der längst ein Klassiker gelten darf.

Ein Dutzend Jahre später, kündigten ASD vor wenigen Wochen und mit ungewöhnlich kurzem Vorlauf ihr zweites gemeinsames Studioalbum an. Bei einer Pressekonferenz gab es großspurige Ankündigungen: "Wir wollten ein Album voller Sneak Previews machen", hieß es da. Was im ersten Moment wie Größenwahn klang, setzten ASD überraschend gut um. Die Marschroute ist klar: Die Musik von Afrob und Samy muss live von vorne bis hinten funktionieren. Und diesen Anspruch sind sie auch gerecht geworden.

Ob im aufwendig produzierten Video zu "Legendär/Populär" oder den weiteren Singles "Blockbasta" und "Antihaltung", der Bass wirbelt einem die Gedärme durcheinander. Die Refrains setzen sich aus klassischen Call-and-Response-Konzepten oder einfach nur mantraartigen Wiederholungen à la "Mittelfinger hoch, Mittel-, Mittelfinger, hoch" (Casper mit Kollegah und Favorite) zusammen. Einen besonderen Tiefgang hat das nicht, soll aber in erster Linie auch nur Spaß machen. Und das tun fast alle der Auf-die-Fresse-Produktionen auf "Blockbasta", die dieses Mal nicht von US-Hochkarätern kommen, sondern von einheimischen Produzenten. Was auch funktioniert.

Uninteressant wird die Platte trotzdem zwischendurch. Die Strophen reichen von überragenden Reim-Abfahrten bis zu Klischee-Ansagen mit Füllreimen und Haus-Maus-Konstrukten. Das ärgert, weil die Dynamik zwischen Samy und Afrob stimmt und sie hier ihr Potenzial verschenken. Wie sie sich in den Parts immer wieder abwechseln zeigt, dass sie weit mehr als nur Partner im Studio, sondern viel mehr echte Freunde und Partner-in-Crime sind. Das hätte man bis zur Ekstase ausreizen müssen, und vielleicht wäre "Blockbasta" tatsächlich ein Album voller "Sneak Previews" geworden.

Arne Lehrke
teleschau | der mediendienst

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