Aretha Franklin - Sings The Great Diva Classics
erhältlich ab
24.10.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Soul
Label
RCA
Vertrieb
Sony
Laufzeit
00:41:25
Redaktion
Eure Bewertung

Die Größte unter den Großen

2008 kürte sie der "Rolling Stone" zur größten Stimme aller Zeiten. Wobei: Den Titel der "Queen Of Soul" konnte ihr schon Ende der 60er-Jahre keiner mehr ernsthaft streitig machen. Seitdem gilt: Man kann Aretha Franklin gutes Songmaterial geben - und dann kann nichts mehr schiefgehen. Das gilt auch für "Sings The Great Diva Classics". Der noch immer aufregende Mezzosopran der 72-Jährigen rauscht durch zehn neue und alte Klassiker aus weiblicher Feder. Ihre Produzenten - vornehmlich Babyface, aber auch Outkasts André 3000 - setzen sie dabei durchaus abwechslungsreich ein.

Der Chicago-House-DJ Terry Hunter wagt es sogar, >Aretha Franklin über leichte Dubstep-Beats singen zu lassen. In "I Will Survive (The Aretha Version)" quält sich die Priestertochter anfangs noch durch fade Disco-Drum-Machine-Klänge, bis es zum Songhöhepunkt kommt. Denn der Verweis "The Aretha Version" bedeutet, dass es sich um eine ganz eigene Variante des jeweiligen Songs handelt. Franklin holt in der Bridge plötzlich "Survivor" von Destiny's Child aus der Schatulle ... und brilliert. Auch das "königlich" eingesungene "Rolling In The Deep" ist mit dem "Aretha Version"-Vermerk ausgestattet. Hier mischt ihr Babyface ein paar Claps und "Ain't No Mountain High Enough" von Tammi Terrell und Marvin Gaye unter den Adele-Song. Das geschickte Mash-up scheitert nur denkbar knapp am grandiosen Original.

Weitere Titel, die von der Soul-Legende in die Mangel genommen werden, sind unter anderem das etwas zu aufgeregt geschmetterte "Midnight Train To Georgia" von Gladys Knight, das mit einem Off Beat verzauberte "No One" von Alicia Keys und das schön swingende Klavierstück "Teach Me Tonight" von Dinah Washington. "You Keep Me Hangin' On" (The Supremes) und "I'm Every Woman / Respect" (Chaka Khan / Aretha Franklin) sorgen mit ihrem recht billig wirkenden 70er-Disco-Sound für leichten Verdruss. Doch dem Ende der Platte wohnt ein großes Highlight inne: André 3000 bastelte aus "Nothing Compares 2 U" von Sinéad O'Connor ein aufregendes Swing-Stück, das kaum noch an das Original erinnert. Und wenn Aretha mit ihrer Stimme einen Saxofon-Part imitiert, hört das Herz sowieso nicht mehr auf zu lachen.

Max Trompeter
teleschau | der mediendienst

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