Billy Idol - Kings And Queens Of The Underground
erhältlich ab
17.10.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Dance-Rock
Label
Kobalt
Vertrieb
Rough Trade
Laufzeit
00:47:46
Redaktion
Eure Bewertung

Rückkehr einer Ikone

"Billy is my name and you know me well / I've played every game / And, yes, I walked into hell." Natürlich kennt jeder Billy. Die berühmteste Lippe der Achtziger. Provokateur, Punk-Gewächs, Popstar. Er durchlebte Höhen und Tiefen. Wenn Billy Idol jetzt mit "Kings & Queens Of The Underground" ein neues Studioalbum herausbringt, werden die skeptischen Blicke zahlreich sein: "Den gibt es noch? Ein neues Album? Ob das was taugt?" Durchaus.

Die eingangs erwähnte Zeile stammt aus dem Song "Ghosts In My Guitar" und ist nicht die einzige, welche eine ebenso deutliche wie einfache Sprache spricht. "Kings & Queens Of The Underground" entstand, während Idol an seiner Autobiografie "Dancing With Myself" schrieb. Entsprechend beeinflusst zeigen sich viele Nummern.

Wenn Idol im zentralen Titelstück die "Golden Years" besingt und einige seiner größten Hits zitiert, dann dringt wie bei vielen seinen Kollegen in dieser Lebensphase der einstige Weltstar durch, der etwas wehmütig seine Erfolgsjahre Revue passieren lässt, dabei aber auch eine Erleichterung verspürt. Darüber, dass er nach all den wilden Jahren überhaupt noch hier ist: "When I was in your front room on MTV, baby / I was high as the moon / Sold all my vinyl, it went up my arm / And I thought rock and roll couldn't do me no harm."

"Kings & Queens Of The Underground" ist aber kein reuevoller Rückblick. Das macht bereits die erste Single "Can't Break Me Down" klar. Der Titel benötigt keine Erläuterung. Etwas zu unverbindlich-poppig ist die Nummer geraten. Die Message jedoch ist vernehmbar: Ich bin ein Stehaufmännchen. Schreibt mich bloß nicht ab.

Auch das eröffnende "Bitter Pill" gehört in diese Kategorie, andernorts schlägt ein synthetischer Achtziger-Einschlag durch. Kein Wunder, wurde mit Trevor Horn doch ein Produzent mit ins Boot geholt, der damals unter anderem Hits von den Pet Shop Boys oder Frankie Goes To Hollywood mitverantwortete. Womit sich der Kreis zur Anfangsfrage schließt: Ja, es ist ein interessantes, mit wenig Durststrecken auskommendes Album. Das jedoch in erster Linie für Menschen gemacht ist, welche hautnah dabei waren, als sich der heute 58-jährige mit Songs wie "White Wedding", "Sweet Sixteen" oder "Rebel Yell" verewigte.

Billy Idol auf Deutschland-Tournee:

12.11., Suttgart, Porsche Arena

13.11., Frankfurt, Jahrhunderthalle

18.11., Düsseldorf, Electric Halle

21.11., Nürnberg, Arena

Alexander Diehl
teleschau | der mediendienst

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