Björk - Bastards
erhältlich ab
23.11.2012
Genre
  • Rock/Pop
  • Avantgarde/Elektro/Pop
Label
One Little Indian
Vertrieb
Rough Trade
Laufzeit
01:08:20
Redaktion
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Kleine Biester

Echte "Bastards" sind die 13 Tracks auf diesem Album nicht. Nein, diese Remixe stellen eher die Essenz des im letzten Jahr publizierten "Biophilia"-Projekt von Björk dar. "Biophilia" (erschienen als CD, LP, in verschiedenen Download-Formaten wie auch als Apps für das iPad) sollte, so die isländische Künsterlin, auf abstrakte Weise Naturphänomene mit Musik verbinden, in einer möglichst künstlerisch-wertvollen Form und auf vielen Ebenen gleichzeitig. Somit gab es neben obligatorischen Live-Aufführungen auch Workshops, speziell für das Werk angefertigte Instrumente, eine Filmdokumentation und spezielle 3D-Animationen. Und nun eben ein Remix-Album.

Das ganze Projekt klingt vielleicht etwas durchgeknallt - zumindest für Menschen, die sich außerhalb von Björk Guðmundsdóttirs ganz eigener Erlebnis- und Musikwelt bewegen. Wer jedoch von den Visionen der Künstlerin, in diesem Fall dem fremden Blick auf eben jene, nicht genug bekommen kann, für den gibt es nun noch dieses Remix-Album: frisch gemastert von Mandy Parnell und mit dezenten Neuinterpretationen von unter anderem House-Papst Matthew Herbert ("Sacrifice"), These New Puritans ("Mutual Core") und Omar Souleyman ("Thunderbolt") gesegnet.

Björk zeigt sich persönlich für die Auswahl der Remixer verantwortlich. Trotz aller Genialität, die dort offensichtlich hinter den Mischpulten und Computern neue Varianten der Songs entwickelt hat, bleibt sie selbst doch ein absolut zentrales Element jedes Musikstücks. Was natürlich auch daran liegen kann, dass ihre entrückten wie eigenständigen Gesangslinien aus diesen musikalischen Konstrukten einfach nicht wegzudenken sind. Trotzdem ist eine gewisse, strengere Leitlinie festzustellen: In einem festeren Rhythmuskorsett erhalten die Tracks die Möglichkeit, auch auf der Tanzfläche Naturphänomene zu entfachen.

Klaas Tigchelaar
teleschau | der mediendienst

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