Christina Perri - Head Or Heart
erhältlich ab
28.03.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Singer/Songwriter
Label
Warner
Vertrieb
Warner
Laufzeit
00:49:47
Redaktion
Eure Bewertung

Heißes Herz und kühler Kopf

Was ist wichtiger: Kopf oder Herz? Für Christina Perri sollte die Antwort eigentlich klar sein. Mit ihrem Welterfolg "Jar of Hearts" empfahl sie sich schon 2010 als kommende Königin der Herzschmerzballade und steuerte folgerichtig ein Jahr später auch einen Song zum Soundtrack des Teenie-Romanzenepos' "Twilight" bei. Doch bei ihrer Karriereplanung bewahrte die Songwriterin aus Pennsylvania einen kühlen Kopf: Statt einen Schmachtfetzen nach dem anderen rauszuhauen, solange sich das Zeug verkauft, nahm sie sich Zeit für ihr zweites Album. Drei Jahre liegen zwischen dem Debüt "Lovestrong" und der aktuellen Platte "Head Or Heart". Die Zeit, die seitdem vergangen ist, macht sich ebenso bemerkbar wie die Arbeit, die Perri in ihre neue Produktion gesteckt hat.

Gab Perri in "Lovestrong" noch herzerweichend bis weinerlich die Schmerzensreiche, die ein ums andere Mal von der Männerwelt übers Ohr gehauen wurde, hat sie sich in "Head Or Heart" dankbarerweise berappelt. Klar, auch hier herrscht eindeutig das Herz vor. Aber das wird diesmal nicht ständig gebrochen, sondern schlägt klar, kräftig und selbst in den Balladen immer auch ein bisschen hoffnungsvoll.

Erscheint Perri im Opener "Trust" noch mit viel Hall, warmen Backgroundvocals und einigermaßen reduzierter Instrumentierung fast schon als ätherisches Wesen, wird sie in "Burning Gold" durch kräftige Drums geerdet, sorgt mit Fingerschnipsen für ein wenig Schwung und macht den Song fürs Finale zu einer echten Selbstbewusstseinshymne. Spätestens hier ist klar: Die Opferrolle hat sie abgelegt. Eine überaus positive Überraschung aber ist Perri vor allem mit dem dritten Track "Be My Forever" gelungen, bei dem sie vom Songwriterkollegen Ed Sheeran begleitet wird. So gut gelaunt, wie sie sich hier präsentieren, kennt man beide nicht. Der Mitwipptrack sorgt mit Tamburin, Handclaps und perfekten Harmonien für anhaltend gute Laune.

Natürlich, ganz vergessen hat Perri die Balladenfans nicht. Sei sie opulent ausgestattet ("Human") oder eher zurückhaltend inszeniert ("The Words"), stets zeigt die Sängerin mit ausdrucksstarker Stimme, warum die Ballade in den lauten ebenso wie in den leisen Tönen ihr Paradegenre ist. Auch wenn die Songs selbst zwischendurch immer wieder nach generischem Radiopop klingen, bleibt ihr Gesang dabei stets Alleinstellungsmerkmal.

Eine musikalische Überraschung gibt's allerdings mit dem latinolastigen "Lonely Child", einer Ballade mit Feuer. Auch "Run" setzt mit Hammondorgel und Spaghettiwestern-Gitarre interessante Akzente. Dieser wagemutige Zug steht Perri gut, die 27-Jährige zeigt, dass sie auch in ungewohntem Terrain bestehen kann. "This is not the end of me, this is the beginning", singt sie zuletzt im Schlusstrack "I Believe". Hoffentlich behält sie Recht.

Sabine Metzger
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Trust Trust
2 Burning Gold Burning Gold
3 Be My Forever Be My Forever
4 Human Human (Übersetzung)
Human
5 One Night One Night
6 I Don't Wanna Break I Don't Wanna Break
7 Sea of Lovers Sea of Lovers
8 The Words The Words
9 Lonely Child Lonely Child
10 Run Run
11 Butterfly Butterfly
12 Shot Me in the Heart Shot Me in the Heart
13 I Believe I Believe (Übersetzung)
I Believe

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