Damon Albarn - Everyday Robots
erhältlich ab
25.04.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Brit-Pop
Label
Warner
Vertrieb
Warner
Laufzeit
00:46:32
Redaktion
Eure Bewertung

Gut gemacht, aber ...

Es gibt fast nichts, was Damon Albarn nicht schon gemacht hat. Er war und/oder ist Frontmann der Britpop-Legenden Blur, musikalischer Mastermind der HipHop-Comic-Truppe Gorillaz, prominentes Mitglied in Supergroups wie The Good, The Bad & The Queen und Rocket Juice & The Moon. Albarn schrieb Soundtrack-Musik, komponierte eine Oper und ein Musical. Er ist Mitbetreiber des Weltmusik-Labels Honest Jon's und unternahm bereits mehrere Reisen nach Afrika, um dort mit Musikern zu arbeiten. Zuletzt produzierte er das Comeback-Album von Soul-Legende Bobby Womack. Nur eines hatte der musikalische Tausendsassa bislang noch nicht gemacht: ein klassisches Solo-Album. Mit "Everyday Robots" legt er nun ein Debüt vor, das aber - angesichts seiner vielfältigen Talente und Interessen - eher konventionell und fast ein wenig eindimensional ausfällt.

Natürlich liegt in seinem Fall die Messlatte hoch: Albarn gehört wohl zu den wenigen Künstlern, die noch nie ein wirklich schlechtes Album aufgenommen haben. Er schrieb mit Blur unwiderstehliche Popsongs ("Girls & Boys") und Rock-Hymnen ("Song 2"), hatte mit den Gorillaz HipHop-Hits ("Clint Eastwood"), erkundete in seinen zahlreichen Projekten stets musikalische Grenzgebiete - und erwies sich dabei stets als stil- und geschmackssicher. Letzteres lässt sich nun auch von "Everyday Robots" behaupten. Albarns erstes Soloalbum ist ein eher getragenes und geschickt inszeniertes Songwriter-Werk - dem allerdings die ganz großen (Überraschungs-)Momente fehlen.

In gewisser Weise gibt das schlichte Cover, das ihn auf einem Hocker sitzend, den Blick nach unten gesenkt, zeigt, die Grundstimmung vor: Bei vielen der Songs stehen ein leicht melancholisches Klavier oder eine verträumte Akustikgitarre im Zentrum, die von dezenten, oft in Schleifen laufenden Sprachsamples, Drumbeats und Synthies umkreist werden. Das klingt wunderschön melodisch-melancholisch - wie im Opener und Titeltrack oder auch in "Hostiles" und "Lonely Press Play". Trotzdem wünscht man Albarn im Verlauf des Albums ein wenig mehr von der Offenheit und dem Humor, die er in den beiden "tierischen" Songs, "Mr. Tembo" (eine Ode an einen Elefanten samt Kirchengospelchor) und "Parakeet" (ein verspieltes Instrumental über einen "Sittich"), durchaus auch beweist.

Denn trotz kleinerer Spielereien (die Steel Drums in "You & Me") und größerer Gastauftritte, etwa von Brian Eno und Natasha Khan alias Bat For Lashes: Insgesamt wirkt das Album für den Soundforscher Albarn etwas gleichförmig und für seine Songwriter-Verhältnisse arg nachdenklich-verkopft. Aber wie bereits angedeutet: Das ist Kritik auf höchstem Niveau. Denn auch "Everyday Robots" zählt ab sofort zu den Dingen, die Albarn gut gemacht hat.

Stefan Weber
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc
Titel Unsere Songtexte
Father's Daughter's Son Father's Daughter's Son
Empty Club Empty Club
Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Everyday Robots Everyday Robots
2 Hostiles Hostiles
3 Lonely Press Play Lonely Press Play (Übersetzung)
Lonely Press Play
4 Mr Tembo Mr Tembo
5 Parakeet
6 The Selfish Giant The Selfish Giant
7 You and Me You and Me
8 Hollow Ponds Hollow Ponds
9 Seven High
10 Photographs (You Are Taking Now) Photographs (You Are Taking Now)
11 The History of a Cheating Heart The History of a Cheating Heart
12 Heavy Seas of Love Heavy Seas of Love
Disc 2
Titel Unsere Songtexte
1 Everyday Robots (Live From Fox Studios)
2 Hostiles (Live From Fox Studios)
3 Lonely Press Play (Live From Fox Studios)
4 Hollow Ponds (Live From Fox Studios)
5 Track by Track Video

0 Kommentare

Wenn du dich anmeldest brauchst du deinen Namen nicht bei jedem Kommentar anzugeben.

Qmn