Disturbed - Immortalized
erhältlich ab
21.08.2015
Genre
  • Hard&Heavy
  • Metal
Label
Warner
Vertrieb
Warner
Laufzeit
00:53:28
Redaktion
Eure Bewertung

Das Ende der Auszeit

Das Disturbed-Bild war in der aktuellen Metal-Szene bereits etwas verblasst. Keiner wusste so recht, was nach der angekündigten Bandpause passieren würde. Ruhe war. Dann aber ging alles ganz schnell: "Wir haben nichts verraten. Und sind nun wieder da. In voller Montur", verspricht der teuflische Vierer. Doch "Immortalized" ist ein Album, dessen Ausgestaltung auch in einen gewöhnlichen Veröffentlichungszyklus gepasst hätte.

Sie haben Abstand gebraucht, sich diesen genommen, und als es dann für Disturbed wieder an der Zeit war, nichts verraten. Gemeinsam mit Produzent Kevin Churko (auch Ozzy Osbourne) schusterten sie leise und heimlich ein schwermetallenes Bollwerk zusammen, das ebenso modern wie zielführend ausgefallen ist. Nun beteuern sie, dass sie wieder richtig heiß sind. Amerikanisch, praktisch, gut.

Wobei einiges dann doch nicht so rigide zubereitet wurde, wie der strenge Metaller das vielleicht gerne serviert bekommen hätte. Bestes Beispiel: "The Light". Der Song klingt, wie er heißt. Mainstreamtauglich, zuversichtlich, semi-balladesk. "Don't let hope become a memory", singt David Draiman. Aufmunternde Worte, die gerne beherzigt werden. Aber erst, nachdem es ordentlich auf die Nuss gegeben hat. Denn Disturbed sind auch 2015 Kandidaten, die aus allen Rohren feuern, um an der Spitze zu landen. So wie im Titelstück "Immortalized" oder in "What Are You Waiting For", welches diesen Mix aus Moderne, Metal und Melodie brillant zu kombinieren weiß. Oder in "Open Your Eyes", dessen Titel zwar schrecklich schal schmeckt, was einen jedoch nicht davon abhält, nach dem ersten Refrain den dickhosigen, rundum stimmigen Heavy-Rock begeistert mitzufeiern.

Wenn dann noch mit "Save Our Last Goodbye" dem Album eine emotional stimmig umgesetzte Krone mit ernster Thematik aufgesetzt wird, scheint eigentlich alles in bester Ordnung zu sein. Eigentlich? Leider ja. Denn zum einen konnte ein Durchhänger zur Mitte hin ("Who") nicht verhindert werden. Zum anderen hat der Disturbed-Riecher für abwegige, aber auf den zweiten Hörblick einleuchtende Coverversionen diesmal an der falschen Stelle geschnuppert. "Sound Of Silence" (Simon & Garfunkel) wird orchestral aufgeplustert. So weit, so ungut. Keine E-Gitarren, keine hämmernden Drums, kein wie auch immer gearteter Zusatznutzen für die Metal-Gemeinschaft. Unsterblich haben sich Disturbed mit "Immortalized" nicht gemacht. Trotzdem: Schön, dass sie wieder da sind.

Alexander Diehl
teleschau | der mediendienst

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