Gregor Meyle - Die Leichtigkeit des Seins
erhältlich ab
11.11.2016
Genre
  • Rock/Pop
  • Pop / Singer/Songwriter
Label
Meylemusic
Vertrieb
Tonpool
Laufzeit
Redaktion
Eure Bewertung

Das gemeinsame Schwelgen

"Nur die Liebe zählt", singt Gregor Meyle gleich in seinem ersten Stück von "Die Leichtigkeit des Seins", seinem fünften Langspieler. Ein Streicher-Bombast, den sogar Kai Pflaume zu kitschig finden würde.

Doch der Naidoo-Schützling aus der schwäbisch-fränkischen Provinz ist sich sicher: "Du musst nur daran glauben." Warum Meyle seinen Hörern gleich zu Beginn mit einem ganzen Orchester nachjagt? Man weiß es nicht. Ohnehin scheint den Singer/Songwriter nur wahre Größe zu interessieren - gerade thematisch.

Gregor Meyle beschwört auf "Die Leichtigkeit des Seins" nämlich keineswegs die kleinen Dinge, die den Titel-Traum am Ende wahrmachen können. Sich auf bekannte Bilder verlassend schippert er vielmehr über die sanften Wogen vielmals besungener Themen und riskiert damit keinen Schiffbruch. Wenn er in "Da geht noch mehr" immer wieder "Das ist unsere Zeit" von sich gibt, hat man nicht seine vermeintlich besungene Allerliebste vor dem inneren Auge, sondern eine ganze Fanschar, die sich möglichst flächendeckend angesprochen fühlen darf. Kleine Geschichten, absonderliche Gedankengänge und Beobachtungen sowie Gefühle abseits der schweig(höf)er'schen RomCom-Welt kriegt Meyle nicht auf Platte.

Die Mutter (?) ist einfach nur perfekt ("Die Tapfere"); die Liebe und der Frieden - Xavier Naidoo weiß das schon lange - sind die Lösung all unserer Probleme ("So weit, so gut", mit Streichern und natürlich: Xavier Naidoo). Selbstredend dürfen auch diverse Motivationsschübe und Lebensbejahungen nicht fehlen; tatsächlich mangelt es nur am obligatorischen Trennungslied. Herausstechende Zeilen gibt es viele. Welche, die es sich zu merken lohnen würde, dagegen weniger.

Musikalisch kommt Meyle dafür mit der ein oder anderen zwar nicht revolutionären, doch zumindest unterhaltsamen Nummer daher: "Pack deinen Scheiß" gefällt mit irischem Hauruck - der Freiheitsdrang der reise- und emigrationsfreudigen Inselbewohner ist eben legendär. "Da geht noch mehr" überträgt auch instrumental die Dringlichkeit des Aufbäumens und rüttelt am Ende sogar kurz die Bassbox wach. - Weniger jedoch den Hörer, der seine Aufmerksamkeit längst auf das Sehnen nach einem RomCom-Leben à la Schweig(höf)er gerichtet hat.

Max Trompeter
teleschau | der mediendienst

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