Jack White - Lazaretto
erhältlich ab
06.06.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Blues-Rock
Label
Beggars
Vertrieb
Indigo
Laufzeit
00:39:20
Redaktion
Eure Bewertung

Analoge Vielfalt

Jack White kennt scheinbar keine Ruhepausen. Seit er in Nashville sein Third Man Studio samt Label eröffnete und sich dort als Produzent und Musiker austoben kann, serviert das 38-jährige Multitalent aus Detroit einen Album-Höhepunkt nach dem anderen. Egal, ob wie vor zwei Jahren mit seinem Solo-Debüt "Blunderbuss", als Schlagzeuger bei The Dead Weather, kreativer Kopf bei den Raconteurs oder wie erst kürzlich als beratender Produzent bei Neil Youngs "A Letter Home": Alles scheint White mühelos zu gelingen. Noch dazu zeichnet sich sein Output stets durch Integrität und hohe musikalische Qualität aus. Der Mann, der um die Jahrtausendwende gemeinsam mit seiner Ex-Frau Meg White als The White Stripes Blues und Garagenrock zurück in die Charts brachte, wandelt dabei innerhalb seines Oeuvre souverän und ideenreich durch die Genres, ohne dabei auf ein gesundes Maß an Wiederkennung zu verzichten. Das gilt auch für "Lazaretto".

Obwohl wie immer analog und in relativ kurzer Zeit aufgenommen, sparte White auf seinem zweiten Solo-Werk nicht an Overdubs und editierte fleißig am Material herum, was den Sound des Albums um einige willkommene Kniffe bereichert. Das passt irgendwie auch zum Stil-Bouquet. Denn natürlich besitzt auch "Lazaretto" einen bluesigen Grundtenor. White vermengt diesen aber effektiv mit Südstaaten- und Country-Feeling ("Temporary Ground"), poppigen Melodien ("Alone In My Home"), Reggae-Zitaten ("The Black Bat Licorice"), Erinnerungen an die frühen Stones ("Just One Drink") und gesanglosen, am Voodoo entlang schrammenden Vintage-Rock-Eskapaden ("High Ball Stepper").

Licks und Riffs springen stellenweise wie eine schwarze Katze aus dem Sack hervor. Die Gitarre spielt dabei nicht nur im Titelstück funky auf, sondern versetzt regelmäßig die von Orgeln, Harmonika, Slide-Gitarren, Geige und Piano flankierten Genre-Zitate in zusätzliche Vibration. Dass das Album durch diese instrumentelle und stilistische Vielfalt fast schon manchmal überladen wirkt, überrascht vielleicht manchen Fan seiner früheren, eher simpel und roh gehaltenen Aufnahmen. Letztere macht White indes immer noch: Eine Live-Version des Titelstücks wurde im April am diesjährigen Record-Store-Day in Whites Studio in knapp vier Stunden aufgenommen, gemastert, auf Vinyl gepresst und sogleich zum Verkauf angeboten. Weltrekord! Er kann eben so ziemlich alles, der Jack White.

Constantin Aravanlis
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Three Women
2 Lazaretto Lazaretto (Übersetzung)
Lazaretto
3 Temporary Ground Temporary Ground
4 Would You Fight for My Love? Would You Fight for My Love? (Übersetzung)
Would You Fight for My Love?
5 High Ball Stepper
6 Just One Drink
7 Alone in My Home Alone in My Home
8 Entitlement
9 That Black Bat Licorice
10 I Think I Found the Culprit I Think I Found the Culprit
11 Want and Able

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