John Mayer - The Search For Everything
erhältlich ab
14.04.2017
Genre
  • Rock/Pop
  • Singer/Songwriter
Label
Columbia
Vertrieb
Sony
Laufzeit
Redaktion
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Sein Name könnte kaum unspektakulärer sein. Dennoch horchen Millionen Fans in aller Welt auf, wen von John Mayer die Rede ist. Seit beinahe zwei Dekaden steht dieser ach so gewöhnliche Name für erfolgreichen wie vielseitigen Singer/Songwriter-Pop. Über 20 Millionen Alben verkaufte der Amerikaner schon, erhielt sieben Grammy-Auszeichnungen. Inmitten von Weltstars zollte Mayer zuletzt dem verstorbenen Musikidol Prince den letzten Tribut, jammte mit Eric Clapton zu dessen 70. Geburtstag im Madison Square Garden und begleitete die Grateful Dead vor zwei Jahren auf ihrer Abschiedstournee. Nun bringt er mit "The Search For Everything - Wave One & Wave Two" sein siebtes Studioalbum heraus.

Auch nach 15 Jahre ist sein erster Hit "Your Body Is A Wonderland" noch immer regelmäßig im Radio zu hören. Er besitzt eben doch Langzeitqualitäten - auch inhaltlich: Mit ähnlich bildhafter Schwärmerei von weiblichen Körpereigenschaften toppt gerade sein jüngerer britischer Kollege Ed Sheeran die Charts ("Shape Of You"). Wie bei Sheeran ist es vor allem die weibliche Hörerfraktion, die dem samtweichen (Schmuse-)Sound verfallen ist, dem Mayer mit einer gesunden Portion von Jazz, Soul und Funk einen gewissen Anspruch verleiht.

Befeuert wurde sein Erfolg aber auch von seiner Reputation als provokanter Herzensbrecher, dessen Liebschaften mit Stars wie Taylor Swift, Jennifer Aniston oder Katy Perry immer wieder Gegenstand der weltweiten Klatschpresse waren. Das ging so lange, bis sich der Bohei um sein Privatleben auf die Muse des Sängers und Gitarristen aus Connecticut niederschlug.

Mit dem passend betitelten Longplayer "Born And Raised" initiierte der mittlerweile Enddreißiger vor fünf Jahren einen Neustart und verminderte den eklektischen Pop-Anteil zugunsten jeder Menge Einflüsse aus Folk, Americana, Country und Blues. Zudem erhöhte Mayer auf dem letzten Werk "Paradise Valley" (2013) den Anteil südstaatlicher Country-Zitate.

Nun also heißt es "The Search For Everything", ein Album, das Mayer zunächst in drei Wellen zu je vier Songs online und nun in Gänze veröffentlichte. Unterstützt wird der Songwriter von Schlagzeuger Steve Jordan und Bassist Pino Palladino, mit denen Mayer nebenbei sporadisch das dynamische "John Mayer Trio" formt, um energetischem Blues-Rock zu huldigen.

Für des Künstlers Vielseitigkeit ist auch auf dem siebten Longplayer genügend Raum vorhanden. Mayers bewährte Melange fühlt sich auf "The Search For Everything" an wie (s)ein kleines persönliches Best Of: Balladeske Rootsmusik mit Herz für epischen Folk ("Emoji Of A Wave" und "Changing") folgt auf locker daherkullernden Country ("Roll It On Home") oder butterweich dahingleitenden, funky Soul-Pop ("Still Feel Like Your Man" und "Moving On And Getting Over").

Getoppt wird das Ganze von hoffnungslos romantischen Pop-Songs wie der Single "Love On The Weekend" oder dem hymnischen "You're Gonna Live Forever In Me". John Mayer scheint mit den Jahren immer routinierter zu werden, und trotz der luftig-leichten Arrangements haben sich seine Songperlen beinahe unbemerkt elegant vom gängigen Mainstream-Pop separiert. Große Kunst!

Constantin Aravanlis
teleschau | der mediendienst

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