Justin Timberlake - The 20/20 Experience 2 of 2
erhältlich ab
27.09.2010
Genre
  • Rock/Pop
  • Pop
Label
RCA - Sony Music International
Vertrieb
Sony Music
Laufzeit
01:14:41
Redaktion
Eure Bewertung

Das fetteste Jahr

Sieben magere Jahre mussten Fans von Justin Timberlake zuletzt durchleiden. Der Sänger hatte seit dem gefeierten "FutureSex/LoveSounds" (2006) keine Musik mehr veröffentlicht, sondern vergnügte sich lieber auf Kinoleinwänden oder bei "Saturday Night Live". Doch die Zeit des Darbens ist vorbei: Schon im März brachte er den ersten Teil seiner "20/20 Experience" auf den Markt, jetzt folgt der zweite. Allein schon durch die stattlichen Albumlängen von jeweils über 70 Minuten ist 2013 also ein verdammt fettes Timberlake-Jahr geworden - vielleicht ein bisschen zu fett.

Im ersten Teil gab Timberlake vor allem den lässigen R'n'B-Entertainer. Jetzt allerdings legt er "Suit & Tie" erst einmal ab. Stattdessen wird's animalisch: "Get closer to your animal inside / Take me to your jungle", singt er im Opener "Gimme What I Don't Know (I Want)", einer Nummer, deren cooler Beat mit ein paar verloren im Hintergrund schwebenden Vocals angereichert wurde und die trotz Tiergeräuschen aus der Dose erstaunlich wirksam ist. Auch in "True Blood" gibt's Wolfsgeheul zur vertonten Fleischeslust, dazu sorgen nervöse Drums und Dramastreicher für einen hohen Popowackelfaktor.

Aber Timberlake verbringt nicht das gesamte Album im Jungle Room, sondern setzt auf Abwechslung - mit ebenso wechselndem Erfolg. Der Country-Einschlag in "Drink You Away" etwa steht ihm nicht sonderlich gut, und mit dem etwas schmierigen "Not A Bad Thing" beamt er seine Hörer direkt in unselige 'N-Sync-Zeiten zurück. Ein auf wesentlich bessere Weise klassischer Timberlake dagegen ist das supersmoothe Stück "You Got It On", in dem der Sänger mit weicher, entspannter Stimme und seinem unverkennbaren Falsett seine Liebste bezirzt - und das Publikum gleich mit, trotz (oder gerade wegen?) der unbekümmerten Siebziger-Softporno-Atmosphäre des Songs.

Auch für die Vorabsingle "Take Back The Night" scheinen Timberlake und sein getreuer Produzent Timbaland die Zeitmaschine angeworfen zu haben - der Track ist eine deutliche Hommage an Michael Jacksons "Don't Stop 'Til You Get Enough". Doch während Jacksons Song eher am Ende einer Partynacht anzusiedeln ist, eignet sich der freundliche Funk in "Take Back The Night" zum langsamen Eingrooven, bei dem der Vorglüh-Prosecco noch nicht aus den Gläsern schwappt.

Zu seiner Party hat Timberlake auch ein paar Gäste geladen, Jay-Z (im breitbeinigen "Murder") und Drake (im lässigen "Cabaret") verleihen ihren jeweiligen Nummern ordentlich Biss. Auch Timbaland gibt mal wieder sein Besseres; während Timberlake scheinbar mühe- und sorglos durch sie Songs gleitet, wird im Hintergrund sauber gearbeitet.

So sind die schicken Hochglanznummern gegenüber den Stolperern eindeutig in der Überzahl. Alles ist hübsch aufpoliert - nur mit der Schere hätten die beiden ein bisschen eifriger sein können, allzu oft verlieren die Songs mit ihren Längen zwischen fünf und neun Minuten den Fokus und mäandern ziellos und etwas selbstgefällig vor sich hin. Allerdings: Vielleicht sind die XXL-Portionen ja auch nötig - um die Fans durch die nächsten sieben Jahre zu bringen.

Sabine Metzger
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Gimme What I Don’t Know (I Want) Gimme What I Don’t Know (I Want)
2 True Blood True Blood
3 Cabaret Cabaret
4 TKO TKO
5 Take Back the Night Take Back the Night
6 Murder Murder
7 Drink You Away Drink You Away
8 You Got It On You Got It On
9 Amnesia Amnesia
10 Only When I Walk Away Only When I Walk Away
11 Not a Bad Thing Not a Bad Thing (Übersetzung)
Not a Bad Thing
12 Blindness Blindness
13 Electric Lady Electric Lady

0 Kommentare

Wenn du dich anmeldest brauchst du deinen Namen nicht bei jedem Kommentar anzugeben.

Qmn