Kraftklub - In Schwarz
erhältlich ab
12.09.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Indie-Rock/Rap
Label
Vertigo
Vertrieb
Universal
Laufzeit
00:47:17
Redaktion
Eure Bewertung

Jetzt noch mal "In Schwarz"

Viele Bands bekommen von ihren Fans auf den Deckel, wenn sie sich "weiterentwickeln" und ihren Sound verändern. Kraftklub gehen dieses Risiko mit "In Schwarz" gar nicht erst ein. Auch auf ihrem zweiten Album gibt's tanzbare Rhythmen und ein paar herausstechende Gitarrenriffs, garniert mit ironischen Zeilen und Mitgröl-Refrains. Ohne Überraschungen, ohne Klimbim und aufgesetzten Blicken nach links und rechts geht es abermals knapp 50 Minuten geradlinig nach vorne.

Gerade den Fans der Band müsste das doch gefallen. Alles bleibt beim Alten. Doch die, glaubt man dem Opener "Unsere Fans", werden dennoch etwas auszusetzen haben: "Unsere Fans haben sich verändert, unsere Fans haben sich verkauft" - Kraftklub drehen den Spieß um und konfrontieren ihre Anhänger mit all den bekannten Vorwürfen, die eine kommerziell erfolgreiche Band im Laufe ihrer Karriere ereilen. "Von denen hatt' ich mal Plakate an der Wand. Aber nicht gerade lang / Die waren kurz interessant, aber dann zu bekannt" - besser kann man allem Spott wohl nicht entgegentreten.

Vor allem textlich bleibt man kreativ in Chemnitz. Rapper Felix Kummer weist zwar von sich, in irgendeiner Weise Sprachrohr seiner Generation zu sein, trotzdem bewegt sich die Band schon stets nahe an der Lebenswelt der Mittzwanziger. Denn auch wenn Kraftklub auf ihrem Nummer-eins-Debüt "Mit K" schon einiges thematisch abgegrast haben, was "die Jugend von heute" so bewegt, die vielzitierte Generation Y hat scheinbar genug Sorgen für weiteren Output. Und es geht auf "In Schwarz" nicht nur um saufende Prolls ("Deine Gang") und geklaute Fahrräder ("Mein Rad"), sondern auch um ernsthaftere Themen wie rechtes Gebaren im Osten ("Schüsse in die Luft"), um die Angepasstheit und Ignoranz der Jugend ("Zwei Dosen Sprite") und die Folgen der Gentrifizierung ("Meine Stadt ist zu laut"). Wobei: Gerade bei letzterem Song, in dem Kummer in die Rolle eines "Lärmbelästigten" schlüpft, glänzen die Sachsen mal wieder mit formvollendeter Ironie.

Musikalisch trauen sie sich dagegen weniger zu, das Indie-Rock-Korsett wird nur selten verlassen. Bei "Mein Rad" sind leichte New-Wave-Anleihen zu hören, "Meine Stadt ist zu laut" wird von einer Westerngitarre begleitet, und in "Schöner Tag" nähert sich das Quintett gemeinsam mit Gast-Rapper Casper dem Melodic-Hardcore an. So ist eigentlich jeder Song tanzbar, humorvoll und eingängig. Alles beim Alten also. Aber auch alles gut.

Max Trompeter
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc
Titel Unsere Songtexte
Gestern Nacht Gestern Nacht
Irgendeine Nummer Irgendeine Nummer
1 Unsere Fans Unsere Fans
2 Alles wegen Dir Alles wegen Dir
3 Wie ich Wie ich
4 Zwei Dosen Sprite Zwei Dosen Sprite
5 Schüsse in die Luft Schüsse in die Luft
6 Für immer Für immer
7 Mein Rad Mein Rad
9 Blau Blau

1 Kommentare

Wenn du dich anmeldest brauchst du deinen Namen nicht bei jedem Kommentar anzugeben.

16. September, 11:25 Uhr
von Fahrradfahrer

<>
Echt jetzt? Das ist die Botschaft dieses Songs? Und ich Trottel vermutete dahinter eine Metapher für das Ausspannen der (Ex-)Freundin.
Naja, hab ich wieder zu kompliziert gedacht. Dabei ist es oft ja so einfach...

Qmn