Kid Rock - First Kiss
erhältlich ab
20.02.2015
Genre
  • Rock/Pop
  • Rock
Label
Warner Bros.
Vertrieb
Warner
Laufzeit
00:44:45
Redaktion
Eure Bewertung

Der rosarote Panther

Kinder sind die Kunden von morgen. Das gilt auch für Rocker. Eine potenzielle Zielgruppe vergrault "First Kiss" jedoch bereits mit seinem Auftreten: Das Cover ist in Rosarot gehalten. Der Sprössling wendet sich angeekelt ab. Dabei singt Kid Rock über so einige Dinge, welche für kleine Jungs früher oder später eine Attraktivität entwickeln werden.

Vorausgesetzt, der Filius besitzt erste Englisch-Kenntnisse, kehrt das Interesse beim Studium der Songliste schnell wieder zurück. "Drinking Beer With Dad", das ist mal ein cooler Name für ein Lied. Einmal anwählen. Und siehe da: Country-Rock, die Refrainzeile kann jedes Kind mitsingen, oft genug wiederholt wird sie auch. Und hey, der Typ nennt sich ja auch "Kid". Obwohl er schon Großvater ist. Na, vielleicht werden die beiden doch noch Freunde.

Politisch korrekte Menschen werden sich da schwerer tun. Sie werden das Bier mit dem Vater zwar vielleicht noch tolerieren. Ebenso wie "Good Times, Cheap Wine", geeignet zum Mitklatschen, Hüftschwingen, Glaserheben und Prosten auf das einfache, aber grundehrliche Leben, inklusive feinem weiblichen Background-Gesang und der Message: "I ain't never gonna have four million friends / And I ain't never gonna follow the latest trends". Anders sieht es mit dem Boogie-Rocker "Ain't Enough Whisky" aus. Die Umdrehungszahl steigt, die Schärfe der Aussagen ebenfalls. Es geht um "Affen in Anzügen", die dem armen Kid Rock seine Waffen wegnehmen wollen. Ihm, der sich erst kürzlich mit einem Foto von sich und einer von ihm erlegten Raubkatze einen Haufen Feinde gemacht hatte.

Der kleine Junge hat sich wieder abgewendet. Kid Rock bleibt ein umstrittener Zeitgenosse. Aber wie im Falle von Lynyrd Skynyrd, deren "Sweet Home Alabama" einst mit Rocks "All Summer Long" einen zweiten Frühling erleben durfte, versteht er es, sein musikalisches Punktekonto im Handumdrehen zu füllen: Mit den bereits genannten Nummern, mit einem Titeltrack, der wie ein Update von Bryan Adams' "Summer Of '69" daherkommt. Mit dem akustisch gestrickten "Good Times Lookin' For Me", das für heiße Wüstenstraßen mit kalten Getränken wie geschaffen ist. Und sogar mit dem feinfühligen "Jesus and Bocephus". Für "First Kiss" gilt: Hinhören lohnt sich. Selbst wenn manche Text- und Schlagzeile des Superstars zum Weghören animiert.

Alexander Diehl
teleschau | der mediendienst

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