Lukas Graham - Lukas Graham
erhältlich ab
23.11.2012
Genre
  • Rock/Pop
  • Soulpop
Label
Island - UID
Vertrieb
Universal
Laufzeit
00:39:24
Redaktion
Eure Bewertung

Ghetto-Pop statt Gericht

Das war knapp. Lukas Graham hatte bereits mit dem Jurastudium begonnen und war gerade auf dem besten Wege, ein braver Rechtsanwalt zu werden. Doch dann klappte es doch noch mit dem Plattenvertrag. Jetzt arbeitet der 24-Jährige gemeinsam mit seinen Bandkollegen daran, mit dem selbstbetitelten Album die europäischen Charts zu erobern. Im Heimatland Dänemark hat es bereits funktioniert, und auch hierzulande dudelt einem gelegentlich schon die erste Single "Drunk In The Morning" aus dem Radio entgegen: eine moderne, aber gleichzeitig ziemlich zeitlose Mischung aus Indiepop und Soul. Diesen Sound lässt das Quartett aus Kopenhagen auf seinem Debüt in verschiedenen Facetten schillern und liefert dabei eine feine Vorstellung ab - wenn der Bandleader auch einen gänzlich groben Namen für seine Musik gefunden hat.

"Ghetto Pop", so nennt Lukas Graham die Mixtur. Weil die Band schwarze Musikrichtungen wie Soul, Blues, in Spurenelementen auch HipHop und Jazz in ihren Pop einfließen lässt. Aber auch weil Graham, Sohn eines Iren und einer Dänin, in Christiania aufwuchs, der autonomen Kommune in Kopenhagen, in der die Polizei keinen guten Stand hat und Drogen ziemlich frei kursieren.

Auch in seinen Songs markiert der Sänger gelegentlich mal den gefühllosen Proll, wenn er etwa im kurzen Zwischenspiel "Oohhh" eine Fellatio in unmissverständlichen Worten beschreibt oder im trügerisch entspannten "Apologize" mit seinem leicht vertrackten Beat den reuelosen Mörder gibt. Doch den harten Macker nimmt man dem bleichen Pummel nicht ab, zu sensibel setzt er seine seit der Kindheit im Knabenchor geschulte Stimme ein. Im verträumten "Red Wine" etwa bringt er selbst Zeilen wie "I follow you, your glass and your ass" glaubhaft zärtlich verliebt dar.

Am besten aber stehen der Band die schwungvolleren Nummern: In "Ordinary Things" beweisen Lukas Graham mit perfekt gesetzten Pausen und Stimmungswechseln ein feines Gespür für Timing, in "Nice Guy" lässt der Sänger hübsch exaltiert den hämischen Partyboy raushängen. Und die Gute-Laune-Nummer "Drunk In The Morning" mit ihrem leichtfüßigen Bläsereinsatz erweist sich als willkommener Ohrwurm. Mit diesem Album haben Fast-Anwalt Graham und seine Kumpanen ein eindrucksvolles Plädoyer für einen mehrwöchigen Chartsaufenthalt vorgelegt.

Sabine Metzger
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Ordinary Things Ordinary Things
2 Nice Guy Nice Guy
3 Drunk In the Morning Drunk In the Morning (Übersetzung)
Drunk In the Morning
4 When You're With Me (Interlude) When You're With Me (Interlude)
5 Red Wine Red Wine
6 Apologize Apologize
7 Criminal Mind Criminal Mind
8 Don't Hurt Me This Way Don't Hurt Me This Way
9 Moving Alone Moving Alone
10 Oohhh (Interlude)
11 Never Let Me Down Never Let Me Down
12 Before the Morning Sun Before the Morning Sun

0 Kommentare

Wenn du dich anmeldest brauchst du deinen Namen nicht bei jedem Kommentar anzugeben.

Qmn