Melvins - A Walk With Love And Death
erhältlich ab
07.07.2017
Genre
  • Rock/Pop
  • Alternative Rock
Label
PIAS / Ipecac
Vertrieb
Rough Trade
Laufzeit
Redaktion
Eure Bewertung

Häufchen gemacht

Sie ließen einst Kurt Cobain abblitzen, als der sich um einen Platz in der Band bewarb. Sie verbogen sich nicht, als in den 90-ern das Musikfernsehen auf sie aufmerksam wurde. Musikalische Trends waren ihnen sowieso immer egal. Seit ihrer Bandgründung 1983 ziehen die Melvins ihr Ding durch, ohne dass sie sich je im herkömmlichen Sinne weiterentwickelt hätten. Mit "A Walk With Love And Death" versucht die vielleicht widerborstigste Band der Rockwelt aber doch mal etwas Neues und liefert ein klassisches Doppelalbum. Naja, vielleicht doch nicht so "klassisch".

Buzz Osborne (Gitarre, Gesang), Dale Crover (Schlagzeug) und Neuzugang Steven McDonald (Bass) haben zwei Haufen gemacht. Auf dem einen finden sich unverwechselbare, Melvins-typische Alt-Rock-Brocken - sperrig, grimmig, trocken. Das ist trotz gewohnter Schieflagen der "hörbare" Teil von "Love And Death".

Auf den anderen Haufen (gleichzeitig der Soundtrack für einen Kurzfilm von Jesse Nieminen) haben die Melvins den ganzen Rest geworfen: psychotische, mutwillig enervierende Klangexperimente, bei denen man als Hörer kaum noch etwas zum Festhalten findet. Aber: Auch für solche Zumutungen werden King Buzzo und seine Rock-Anarchos seit Jahren verehrt (und gehasst). Die Melvins mögen mit diesem Album ihren Hang zur Ordnung entdeckt haben, ein bisschen zumindest, aber sie bleiben doch die Melvins.

John Fasnaugh
teleschau | der mediendienst

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