Ne‐Yo - R.E.D.
erhältlich ab
02.11.2012
Genre
  • Hip Hop/Rap
  • R'n'B
Label
Def Jam - UID
Vertrieb
Universal
Laufzeit
00:51:11
Redaktion
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Bedingt traumhaft

Klar kann der Mann zufrieden mit sich sein: Ne-Yo hat in seinem nicht allzu langen Leben bisher schon eine Handvoll Nummer-eins-Hits in den USA und Großbritannien gelandet, dazu kommen weitere respektable internationale Charterfolge. Mit seiner ausnehmend hübschen Lebensgefährtin hat er zwei niedliche Kinder. Entsprechend selbstbewusst nannte der R'n'B-Sänger also sein neues Album "R.E.D" - das stehe für "realizing every dream", erklärt er - er sei eben gerade dabei, all seine Träume wahrzumachen. Das Glück gönnt man ihm gerne. Doch beim Anhören des Albums überträgt sich nur wenig von seiner aktuellen Freude auf den Hörer: Der versierte Songwriter (der 33-Jährige arbeitete unter anderem für Mary J. Blige und Beyoncé) produziert vor allem R'n'B und Eurodance von der Stange.

Ne-Yo nimmt den Mund von Anfang an ganz schön voll: "Nach diesem Song werdet ihr mich für meine Ehrlichkeit lieben oder mich dafür hassen, was ich bin", verspricht er zu Beginn des Openers "Cracks In Mr. Perfect". Man würde ja gerne - aber mit seinen bestenfalls halb engagierten Erzählungen im Lounge-Sound über Champagner, willige Frauen und ungeschützten Sex mit Fremden schafft der R'n'B-Sänger es höchstens mal, ein irritiertes Stirnrunzeln zu verursachen.

Bei "Let Me Love You (Until You Learn To Love Yourself)" kommt dann sogar fast ein bisschen Größenwahn ins Spiel: "Es geht weit über die Beziehung zwischen Mann und Frau hinaus", erklärte er dazu in einem Interview. Es gehe darum, "einer anderen Person zu erlauben, nah genug zu kommen, um dich zu lehren, dich selbst zu lieben. Wenn man diesen Song richtig behandelt, könnte er der Welt helfen!" Die richtige Behandlung besteht dann aber doch nur aus Kirmesbeat und seelenvollen "Girl, let me love you"-Beschwörungen. Die Grundidee der Songwriterin Sia Furler (u.a. "Titanium" mit David Guetta) bleibt hinter dem überproduzierten Eurodance-Teppich nur noch in Bruchstücken hörbar.

So wechseln sich auf "R.E.D." schlaffe R'n'B-Breakup-Balladen mit seelenlosen Eurodance-Nummern ab. Nur gelegentlich zeigt Ne-Yo ein wenig mehr Einfallsreichtum: In "Don't Make Em Like You" mixt er einen relaxten Beat mit einer ordentlichen Portion Pomp und Turntablegetöse, begleitet von einem gut gelaunten Wiz Khalifa. Für "She Is" holt er sich den Countrybarden Tim McGraw ins Boot und schafft einen überraschend überzeugenden Genremix. Und das schamlos schmierige "Stress Reliever", komplett mit Fingerschnipsen, Stöhnlauten und üblen Metaphern - er verwendet allen Ernstes die Vokabel "Lollipop" - hätte auch ein R. Kelly nicht bettfertiger hinkriegen können. Diese kleinen Lichtblicke versöhnen letztendlich mit dem einheitsverbreiten Füllmaterial. Traumhaft ist das Gesamtergebnis aber noch lange nicht.

Sabine Metzger
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc
Titel Unsere Songtexte
Carry On (Her Letter to Him) Carry On (Her Letter to Him)
Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Cracks in Mr. Perfect Cracks in Mr. Perfect
2 Lazy Love Lazy Love
3 Let Me Love You (Until You Learn to Love Yourself) Let Me Love You (Until You Learn to Love Yourself)
Let Me Love You (Until You Learn to Love Yourself) (Übersetzung)
4 Miss Right Miss Right
5 Jealous Jealous
6 Don’t Make ‘Em Like You Don’t Make ‘Em Like You
7 Be the One Be the One
8 Stress Reliever Stress Reliever
9 She Is She Is
10 Carry On Carry On
11 Unconditional Unconditional
12 Forever Now Forever Now (Übersetzung)
Forever Now
13 Shut Me Down Shut Me Down
14 Should Be You Should Be You
15 My Other Gun My Other Gun
16 Alone With You (Maddie’s Song) Alone With You (Maddie’s Song)
17 Let’s Go Let’s Go
18 To Whom It May Concern To Whom It May Concern
19 All She Wants All She Wants

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