Neil Diamond - Melody Road
erhältlich ab
17.10.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Singer/Songwriter
Label
Capitol
Vertrieb
Universal
Laufzeit
00:46:22
Redaktion
Eure Bewertung

Bodenständiger Troubadour

Rick Rubin sei Dank: Der Starproduzent verhalf nicht nur Johnny Cash bei seinen legendären "American Recordings" zu einem wichtigen künstlerischen Impuls im Herbst seiner Karriere. Auch Neil Diamond, dessen Songs Rubin ebenso ungeschminkt und mit rudimentärer Melodik und mit so wenig soundtechnischem Ballast wie möglich aufnahm, bescherten der Songwriter-Legende eine Art Neustart samt Neubewertung seines Gesamtwerks. Und auch wenn Rubin nun nicht mehr an Bord ist, so lebt doch auch Diamonds neues Album "Melody Road" von dessen musikalischem Regelwerk.

Große Experimente wagt Diamond nicht mehr. Kein Wunder, darf er sich seit den von Rubin produzierten Alben, "12 Songs" (2006) und "Home Before Dark" (2008), zu der kleinen Gruppe gestandener Troubadoure zählen, die mit karger Instrumentierung und innigem Songwriting so unglaublich viel ausdrücken können. Auch auf seinem neuen Werk "Melody Road" zeigt sich der mittlerweile 73-jährige New Yorker von seiner wiedergefundenen, bodenständigen Seite wie einst in den 70-ern. Befreit vom schmalen Grat zwischen Kitsch und Kunst, der einst wie ein trüber Schatten über vielen Stationen seiner Diskografie hing, wagt sich Neil Diamond nun an das dritte Kapitel seiner Wiedergeburt - lässt man das vor vier Jahren erschienene, grandiose Cover-Album "Dreams" mal außen vor.

"Melody Road" ist indes in dieser famosen Trilogie auch eine Art Neuanfang. Es ist das erste Album Diamonds für Capitol Records, zudem ist Rick Rubin nicht mehr an Bord. Dieses Mal haben sich jedoch keine Geringeren als Jacknife Lee (Snow Patrol, Robbie Williams, R.E.M.) und Don Was (The B-52s, Iggy Pop) der Umsetzung im Studio gewidmet. Die Produktion fällt dabei deutlich luftiger und weitgefächerter als bei den Vorgänger-Werken: Im Zentrum von "Melody Road" regiert eine strukturierte und kontrollierte Orchestrierung. Ihr oberstes Gebot es ist, eine Brücke zu Neil Diamonds Vergangenheit zu schlagen, ohne dabei jedoch anbiedernd zu wirken. So kommt es, dass austarierte Bläser und gedämpfte Streicher eine unmittelbare Intimität generieren, die die positive Energie der gezupften wie gestrichenen Gitarren würdevoll unterstreichen. Und das Ergebnis begeistert auf ganzer Länge.

Constantin Aravanlis
teleschau | der mediendienst

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