Nickelback - Feed The Machine
erhältlich ab
16.06.2017
Genre
  • Rock/Pop
  • Rock
Label
BMG Rights
Vertrieb
Warner
Laufzeit
Redaktion
Eure Bewertung

Immer noch hungrig

Dave Grohl tweetete enst: Wenn man eine Nickelback-Platte rückwärts abspiele, höre man teuflische Botschaften. Schlimmer jedoch: Wenn man sie vorwärts abspiele, höre man Nickelback-Songs. Auf der Internetseite des "Rolling Stone" wurde der Ankündigung von "Feed The Machine" ein vorverurteilendes "Muss das sein?" vorangestellt. Gelegentlich werden Nickelback als "meistgehasste Band der Welt" bezeichnet. Arme Jungs, das haben die tatsächlich ziemlich netten Musiker dieser Combo nicht verdient. Zumal ihr neuntes Album ein gar nicht übles Sammelsurium an anständigen Rocksongs geworden ist.

Die jüngste Vergangenheit war keine leichte Zeit für die Kanadier: "No Fixed Address" (2014) konnte sich kommerziell nicht in die Reihe früherer Überflieger einordnen. Zusätzlich wurde der Versuch, sich zugunsten einer neuen Lackierung noch etwas mehr anzupassen, heftig kritisiert. Zu allem Überfluss bescherten gesundheitliche Probleme von Frontmann Chad Kroeger (eine Zyste am Kehlkopf) einer Amerikatournee ein jähes, vorzeitiges Ende.

Mit "Feed The Machine" soll jetzt alles wieder gut werden. Dafür hat man zwar die ein oder andere Power-Ballade zu viel auf das Album gepackt, doch insbesondere die Single "Song On Fire" zählt zu den besten Schmachtfetzen, die man von Nickelback je gehört hat. Der Anstrich des Vorgängers wird nicht komplett über Bord geworfen; Titel und Cover bemühen sich weiter darum, vom Dicke-Hosen-Dumme-Texte-Image wegzukommen. So wird im hitverdächtig geradlinigen "Silent Majority" die Frage gestellt, was denn passieren würde, wenn die stumme Mehrheit plötzlich ihre Stimme erheben würde.

Die stumme Mehrheit, welche Nickelback alles andere als peinlich findet? Über 50 Millionen verkaufte Platten sind eine nicht wegzuleugnende Hausnummer. "Feed The Machine" ist ein Elf-Gänge-Mainstream-Rockmenü, das mal hart, mal sperrig daherkommt und so dann doch die richtige Würze mitbringt. Ansonsten gilt: Auch dieses Album hört sich vorwärts abgespielt wie Nickelback an, und das ist in diesem Fall nichts Schlechtes.

Alexander Diehl
teleschau | der mediendienst

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