One Direction - Made In The A.M.
erhältlich ab
13.11.0015
Genre
  • Rock/Pop
  • Teen-Pop
Label
Syco / Sony Music
Vertrieb
Sony
Laufzeit
00:44:41
Redaktion
Eure Bewertung

Ein Ende voller Versprechungen

Das neue One-Direction-Album steht unter vielen Sternen. Und kaum einer davon leuchtet so, wie es ihre Fans gerne sehen würden. Zum einen ist es Platte Nummer eins nach dem Austritt Zayn Maliks. Dessen Abgang ging erst bedacht still und gut begründet vor sich - er wolle eben all dem Trubel eines Teeniestars entgehen, ein normales Leben führen. Schließlich hinterließ sein Fliehen dann aber doch einen faden Nachgeschmack, als der 22-Jährige medienwirksam einen Solo-Kontrakt für die Fortführung seiner musikalischen Karriere unterschrieb. Und da wäre noch die angekündigte Bandpause nach "Made In The A.M.", die, wie bei Boybands üblich, als das verschwiegene doch unausweichliche Ende ausgelegt wird. One-Direction-Fans mussten in den vergangenen Wochen stark sein.

So ein Teenieband-Ende ist natürlich hartes Brot, an dem lange geknabbert werden muss. Vor allem, wenn die Fans der ersten Stunde noch nicht genügend Zeit bekommen haben, erwachsen zu werden. Man erinnert sich da an Take That, wo Robbie Williams drei Jahre nach dem ersten Album ausstieg und nicht einmal ein Jahr später der Rest der Gruppe die Segel strich. Hysterie allerorten, Thomas Gottschalk konnte all die Zahnspangen-Mädchen 1996 kaum im Zaum halten, als er deren letzten Auftritt bei "Wetten, dass..?" ankündigte.

Auch wenn durch die anhaltende und unaufhaltbare Diversifizierung des Musikgeschäfts die Begeisterung für Bands dieser Ausprägung längst nicht mehr dieselbe wie damals ist: Beim Ende von One Direction werden Tränen kullern. Doch anstatt den Aufprall etwas abzuschwächen, entführt die britisch-irische Formation ihre Anhänger abermals auf Wolke Sieben. "With your love, nobody can drag me down" singen sie, "Baby, I'm perfect for you", "You and I can stay awake and keep on dreaming", "I swear I could give you everything" und ganz direkt: "Climbing over me, while I climb in the backseat / Now we're taking off, now wer're taking it off tonight".

All diese süßen Versprechungen treffen ohne Umschweife in ihr Ziel. Und musikalisch ist die Verpackung an keiner Stelle schwer zu lösen: Es wird geschnulzt ("Love You Goodbye", "If I Could Fly"), geschmalzt ("I Want To Write You A Song") und gepowerpopt ("Perfect", "Never Enough", "Olivia"). Hier helfen Bläser, dort Streicher. Rock und House lässt man aus. Bei den ins Detail auf gemeingültige Zufriedenheit gepolten Produktionen wäre das auch noch ganz gut hineingelaufen.

Das Ende mit "History" schafft es auf zweierlei Wegen, doch etwas Aufmerksamkeit zu erregen: Erstens klingen die Paar Soul-Anklänge zwar beliebig, aber doch anders. Und zweitens versprechen Niall Horan, Liam Payne, Harry Styles und Louis Tomlinson, die "whole lotta history" noch weiter zu schreiben. Wenn sie da mal ihren Fans nicht zu viel versprechen. Dabei: Ist das nicht das Prinzip jeder Boyband? Eins ist sicher: Sie müssen weiter stark sein, die lieben One-Direction-Fans.

Max Trompeter
teleschau | der mediendienst

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