Passenger - Whispers
erhältlich ab
06.06.2014
Genre
  • Rock/Pop
  • Folk
Label
Embassy Of Sound
Vertrieb
Warner
Laufzeit
00:42:16
Redaktion
Eure Bewertung

Der Menschenflüsterer

Passengers Hit-Single "Let Her Go" aus dem letzten Jahr überraschte alle - und am meisten wohl Mike Rosenberg alias Passenger selbst. Nachdem jemand vom niederländischen Rundfunk auf die grandiose Idee kam, den Song einfach mal im Radio zu spielen, ging der Track plötzlich um die Welt - und fand sich am Ende in ganzen 16 Ländern auf der Pole-Position der Charts wieder. Doch Passenger, nach wie vor Straßenmusiker mit Leib und Seele, ist sämtlichen Superlativen zum Trotz auf dem Boden geblieben - und er tut gut daran. Einen Großteil der Songs seines neuen Albums "Whispers" hatte der 30-Jährige zudem bereits geschrieben, bevor "Let Her Go" durch die Decke ging. Und diese Leichtigkeit hört man den Stücken an.

Der leicht melancholische Folk, der schon das Vorgänger-Album "All The Little Lights" zu einem kleinen Juwel machte, lässt auch "Whispers" mit jedem neuen Durchlauf zu etwas Großem anwachsen. Man hört erneut diese einzigartige, unter die Haut gehende Stimme, die jedem einzelnen Satz mehr Gefühl einverleibt als jeder Rosamunde-Pilcher-Roman auf 300 Seiten. Man freut sich über unverbrauchte Melodien, die sich penetrant im Gehörgang festsetzen, als würde ein ganzes Menschenleben davon abhängen. Und Rosenberg schreibt immer noch ehrliche, unpeinliche Texte, die stets eine solche Tiefe besitzen, dass man sie eigentlich unter der Haut tragen müsste.

"Whispers" ist das perfekte Album für jeden Passenger-Fan, weil Rosenberg zum einen genau dort weitermacht, wo "All The Little Lights" aufgehört hat, gleichzeitig aber keine bloße Kopie des (Überraschungs-)Erfolgsrezepts darstellt. Einzig und allein dem wunderschönen "Heart's On Fire", das Passenger bei seinem Berliner Straßenkonzert Ende Mai sympathischerweise selbst als "Let Her Go 2" anmoderierte, ist seine unbestrittene Nähe zur Erfolgs-Single anzuhören. Schlechter macht das den Song deshalb aber nicht.

Alle elf Stücke des Albums sind akustische Kleinode. Aber das Gänsehaut provozierende "Rolling Stone" mit seinen verbalisierten Selbstzweifeln, die mitreißende Geschichte in "Riding To New York" und der kraftvolle Titeltrack, der sich von einem leisen Flüstern binnen vier Minuten in einen mittelschweren (Gefühls-)Orkan verwandelt, können stellvertretend als Highlights hervorgehoben werden - auch wenn man den anderen acht Stücken damit unweigerlich Unrecht tut. Wie singt Passenger in "Whispers" doch so treffend: "All I need's a whisper in a world that only shouts". Und selten war ein "Whisper" so wichtig wie dieses hier.

Daniel Schieferdecker
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Coins in a Fountain
2 27 27
27 (Übersetzung)
3 Heart's on Fire Heart's on Fire
4 Bullets
5 Golden Leaves Golden Leaves
6 Thunder
7 Rolling Stone
8 Start a Fire
9 Whispers Whispers
10 Riding to New York
11 Scare Away the Dark

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