Pearl Jam - Lightning Bolt
erhältlich ab
11.10.2013
Genre
  • Rock/Pop
  • Rock
Label
Republic
Vertrieb
Universal
Laufzeit
00:47:07
Redaktion
Eure Bewertung

Mittendrin ein Meisterwerk ...

Der erste Blitzschlag ging vor 22 Jahren hernieder. Und traf eine ganze Generation. Nirvana, Soundgarden, Mudhoney oder eben Pearl Jam hießen die Götter, die mit ihrer Musik die Welt veränderten. Manche von ihnen ertrugen die neu gewonnene Popularität nicht, andere genossen sie zu sehr. Und Eddie Vedder entschied sich, lange Zeit einfach zu schweigen, um nicht Teil dieser tatsächlich ja äußerst flüchtigen Euphorie zu werden. Inzwischen sind Pearl Jam mit ihrem charismatischen Frontmann, wenn man so will, in vielerlei Hinsicht eine ganz gewöhnliche Rockband. Sie gehen so oft auf Tour wie andere, nutzen die Medien wie andere, verstehen sich auf Social-Media-PR. Nur, und das unterscheidet Pearl Jam sicher von vielen Wettbewerbern unserer Zeit: Die Band muss sich nichts mehr beweisen. Sie darf machen, was sie will. Auch ein so merkwürdiges Album wie "Lightning Bolt".

Merkwürdig deshalb, weil es keine klare Linie verfolgt. "Lightning Bolt" ist kein durchdachtes klares Rockalbum wie es etwa "Yield" (1998) war, kein ebenso grandioses wie bizarres Wunderwerk wie "Vitalogy" (1994) und schon gar kein Hitlieferant wie Pearl Jams Debüt "Ten" (1991), dessen Lieder bis heute in einschlägigen Discotheken laufen. Vier Jahre ließ sich die Band seit ihrer letzten Veröffentlichung "Backspacer" Zeit. Das Ergebnis ist nichts Rundes, aber ein bisschen von all jenem, für das die Band seit jeher stand.

"Lightning Bolt" - das ist zum einen heftig stampfender Rock mit Punk-Elementen. Der Opener "Getaway" steht ebenso als Beispiel dafür wie die erste Single "Mind Your Manners". "Lightning Bolt" - das ist zum anderen eingängig-schlichter Rock von nebenan wie etwa der Titelsong. Vor allem aber, und das gilt im Wesentlichen für den zweiten Teil des insgesamt zwölf Tracks umfassenden Albums, geht dieser "Blitzschlag" erstaunlich leise über die Bühne. Es sind die nachdenklichen Rocksongs wie etwa das schwermütige-verträumte "Yellow Moon", das bluesige "Let the Records Play" oder die spröde Ballade "Pendulum", die aus gerade einmal zwei Handvoll Textzeilen besteht, die dieses Album prägen.

Mancher, der die Aufgabe einer Band wie Pearl Jam darin sieht, sich von ihr an die wilden Jahre der frühen Neunziger erinnern zu lassen, wird enttäuscht sein. Tatsächlich mutet "Lightning Bolt" alles in allem ein bisschen zu zahm, zu friedlich an. Doch wer die Band vor allem aufgrund ihrer musikalischen Intelligenz, ihrer Botschaften und der Stimme ihres Sängers schätzt, der wird "Lightning Bolt" mögen. Ein textlich kluges, anspruchsvolles Album, klasse in Szene gesetzt von Brendan O'Brien, einem der erfahrensten Produzenten der US-Rockszene, der hier zum wiederholten Male mit Pearl Jam zusammenarbeitete.

Höhepunkt des Albums: die Ballade "Sirens", vorab gleichsam bei einschlägigen Seiten im Netz zu hören und dort fast durchweg von den Fans mit Lob überschüttet. Ein hochemotionaler Song, so eins mit Eddie Vedder, wie es womöglich kein Lied auf den letzten drei Alben war. Ein fünf Minuten und 41 Sekunden langes Meisterwerk ...

Kai-Oliver Derks
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Getaway Getaway
2 Mind Your Manners Mind Your Manners
3 My Father’s Son My Father’s Son
4 Sirens Sirens
5 Lightning Bolt Lightning Bolt
6 Infallible Infallible
7 Pendulum Pendulum
8 Swallowed Whole Swallowed Whole
9 Let the Records Play Let the Records Play
10 Sleeping by Myself Sleeping by Myself
11 Yellow Moon Yellow Moon
12 Future Days Future Days

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