Queens of the Stone Age - …Like Clockwork
erhältlich ab
31.05.2013
Genre
  • Hard&Heavy
  • Stoner-Rock/Rock
Label
Matador - Beggars Group
Vertrieb
Indigo
Laufzeit
00:45:59
Redaktion
Eure Bewertung

Vorsichtiger Optimismus

"Songs For The Deaf" war nicht irgendein Album. Es war das Album, mit dem sich die Queens Of The Stone Age 2002 ein musikalisches Denkmal setzten und an dem sie sich bei ihren weiteren Veröffentlichungen immer wieder messen lassen mussten. Als Bandchef Josh Homme ankündigte, dass er sich für das neue Album "... Like Clockwork" wieder seine alten Weggefährten Dave Grohl, Mark Lanegan und Nick Oliveri ins Studio holen würde, war die Vorfreude riesig. Zumal die Liste an interessanten Gastmusikern immer weiter anwuchs: Trent Reznor (Nine Inch Nails), Jake Shears (Scissor Sisters), Alex Turner (Arctic Monkeys) und Sir Elton John sollten das Erfolgsquartett ergänzen. Der Schatten, den die neue Platte warf, wurde immer länger, und die ersten Songschnipsel, die bereits vor Wochen im Netz kursierten, ließen nur noch zwei Schlüsse zu: Entweder wird "... Like Clockwork" ein Meisterwerk, oder es geht mit wehenden Fahnen unter. An dieser Erwartungshaltung gemessen, scheitert das Stoner-Rock-Werk auf ganzer Linie. Aber das auf hohem Niveau.

Josh Homme beherrscht das Spiel mit den Erwartungen: Nach und nach gab er die Namen der vertretenen Musiker bekannt, auf Dave Grohls "Sound City - Real To Reel"-Soundtrack (2013) deutete der Desert-Rocker an, in welche Richtung das neue Album gehen könnte. Doch mit einem eiskalten Lächeln schüttet der 40-Jährige dem Optimisten sein halbvolles Glas ins Gesicht, nur um ihm dann anschließend ein sauberes Handtuch zum Abtrocknen zu reichen. "... Like Clockwork" ist mit nichts aus der bisherigen Karriere der Queens Of The Stone Age zu vergleichen und klingt dennoch zu 100 Prozent nach der Band - oder zumindest nach Homme. Der rothaarige Hüne dominiert mit schnodderigem Gitarrenspiel und flehenden Vocals die zehn Songs und hält die musikalischen Zügel fest in beiden Händen.

Wo "Songs For The Deaf" noch als Gemeinschaftsalbum von Lanegan/Homme/Grohl/Oliveri durchging, haben die Ex-Bandkollegen auf "... Like Clockwork" lediglich kleinere Gastauftritte, die teilweise so marginal ausfallen, dass unaufmerksame Hörer schnell zum Entschluss kommen könnten, dass die Künstler gar nicht vertreten sind. Das Gleiche gilt auch für die Beiträge von John und Reznor, die zudem im Booklet nicht einmal erwähnt werden. Doch die wahre Stärke der Platte liegt genau in dieser bewussten Reduktion auf den Kern der Musik: Die Lieder bauen sich nur langsam auf, haben wenige Takt- oder Tempiwechsel und fallen eher durch ruhige Momente als durch außergewöhnliche Hooklines auf.

"... Like Clockwork" bedarf der vollen Aufmerksamkeit und entfaltet sich erst nach mehrmaligem Hören. Die Hitdichte ihres Opus Magnum erreichen die Queens Of The Stone Age wieder nicht, doch Josh Hommes Gespür fürs Songwriting ist beängstigend gut - auch wenn die Erwartungshaltung der Fans von einem halbvollen und nicht halbleeren Glas ausging.

Ben Hiltrop
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Keep Your Eyes Peeled Keep Your Eyes Peeled
2 I Sat by the Ocean I Sat by the Ocean
3 The Vampyre of Time and Memory The Vampyre of Time and Memory
4 If I Had a Tail If I Had a Tail
5 My God Is the Sun My God Is the Sun
6 Kalopsia Kalopsia
7 Fairweather Friends Fairweather Friends
8 Smooth Sailing Smooth Sailing
9 I Appear Missing I Appear Missing
10 ...Like Clockwork

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