Rihanna - Unapologetic
erhältlich ab
19.11.2012
Genre
  • Rock/Pop
  • Pop
Label
Universal
Vertrieb
Universal
Laufzeit
00:55:06
Redaktion
Eure Bewertung

Rihannas Musiktherapie

Allmählich müsste ihr doch mal die Luft ausgehen. Rihanna wirft mit "Unapologetic" das siebte Album in sieben Jahren auf den Markt - scheinbar locker, aus dem Handgelenk, irgendwo zwischen Promotouren und Dreharbeiten. Doch der Longplayer hat es in sich: Die 24-Jährige verarbeitet hier ihre verkorkste, gewaltbelastete Beziehung mit dem Sängerkollegen Chris Brown ganz offen - und ganz eigen: Sie lud den Mann, der sie 2009 öffentlichkeitswirksam verprügelte, sogar zum Duett. Aber auch musikalisch schlägt Rihanna immer wieder unerwartete Wege ein.

Sie spielt ein cleveres Spiel mit Sex und doppeltem Boden: In vielen Tracks ziehen Lyrics und Musik in völlig verschiedene Richtungen. Im düsteren "Pour It Up" etwa singt sie fast teilnahmslos über heiße Partynächte, in der Midtempo-Ballade "Diamonds", der ersten Single des Albums, schluchzt sie "I choose to be happy". Und in "No Love Allowed" erzählt sie zu relaxtem Reggae-Beat und harmlos-verspielter Melodie ziemlich unverblümt von den Misshandlungen, die sie erlebt hat: "I was flying til you knocked me to the floor" ("Ich flog, bis du mich zu Boden geschlagen hast").

Am unheimlichsten ist aber "Nobody's Business", das eingangs erwähnte Duett mit Chris Brown: Hier kommen mit gut gelaunter Clubmucke voller 90er-Reminiszenzen und verliebten Lyrics perfekt passende Ingredienzen zusammen. Aber es ist ihr eben gerade berüchtigter Ex, dem Rihanna Zeilen wie "Your love is perfection, please point me in the right direction" zuflötet - da soll ihr also der ach so perfekte Liebhaber zeigen, wo's langgeht. Noch unheimlicher aber als dieses Zusammentreffen: Selbst mit dem Hintergrundwissen lässt es sich kaum vermeiden, wenigstens ein bisschen mitzuwippen. Perfekte Liebe? Wohl kaum. Perfekter Pop? Ziemlich.

Der Song ist einer der besten des Albums, aber keine einsame Spitze. Denn zu ihm gesellen sich noch der Bombast-Bomber "What Now", der den Hörer zunächst in den Strophen mit Klavier und Akustikgitarre an der Nase herumführt, um dann im Refrain mit breitgetretenem Bass und dicken Synthies auf den Putz zu hauen. Oder die dann tatsächlich ruhige, aber berührende Ballade "Stay", in der Rihanna mit dem Indie-Sänger Mikky Ekko einen interessanten Duettpartner findet.

Das Glanzstück des Albums aber dürfte "Love Without Tragedy / Mother Mary" sein. Nachdem Rihanna im ersten Teil des Sieben-Minuten-Stücks erneut mit teilweise gespenstischer Sanftheit auf die tragische Liebe zu Brown zurückblickt, rufen im zweiten Teil die Esoterik-Synthies zum Gebet: "Mother Mary, I swear I wanna change / Mr. Jesus, I'd love to be a queen" singt sie da seelenvoll zu schwelgerischen Soundflächen mit Synthie-Flitter. Sie wolle die schwarze Madonna werden, sagte Rihanna einmal. Hier erinnert sie zwar nicht im Sound, aber doch im Gefühl an ihr Vorbild.

Natürlich ist auch nicht jeder Song auf "Unapologetic" ein Treffer: "Right Now" etwa klingt wie typische David-Guetta-Ware mit einer Extraportion Kirmes und einer geprügelten Katze, das blutleere "Get It Over With" hat man schnell vergessen. Und auch das Eminem-Gastspiel in "Numb" wirkt unangenehm unbeholfen. Aber angesichts der zahlreichen Höhepunkte muss Rihanna sich dafür nun nicht entschuldigen.

Sabine Metzger
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc
Titel Unsere Songtexte
Right Now Right Now
Pour It Up Pour It Up
Get It Over With Get It Over With
What Now What Now (Übersetzung)
What Now
Jump Jump
Fresh Off the Runway Fresh Off the Runway
Lost in Paradise Lost in Paradise
No Love Allowed No Love Allowed
Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Unapologetic (Intro)
2 Butterflies Butterflies
Butterflies (Übersetzung)
4 Diamonds Diamonds (Übersetzung)
Diamonds
5 Lost In Love
6 Heartbreaker
7 Get Out!
8 Silly Girl
9 Forgiveness
10 Shame For You
12 Traffic Light
13 Real
14 Let's be Fucking Crazy
15 One Day
16 Carried

2 Kommentare

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29. November, 09:50 Uhr
von Marisa

Die trackliste ist komplett falsch :p

xxxyyy
17. November, 19:25 Uhr
von xxxyyy

Die Tracklist ist ein bisschen falsch :D

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