Robbie Williams - Take the Crown
erhältlich ab
02.11.2012
Genre
  • Rock/Pop
  • Pop
Label
Island - UID
Vertrieb
Universal
Laufzeit
00:52:17
Redaktion
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Zu den Waffen!

Seine größte Waffe ist vielleicht seine entwaffnende Ehrlichkeit. "Take The Crown": der Titel ist eine offene Kampfansage. Robbie Williams will mit seinem neuen Album die Popstarkrone zurückerobern - ohne Wenn und Aber. Kein leichtes Unterfangen, denn die alten Rollen will und kann er nicht mehr spielen. Er ist inzwischen - soweit man das beurteilen kann - treuer Ehemann und stolzer Vater, also schon lange kein Teenie-Schwarm oder Bad Boy mehr, dem man jeden (musikalischen) Fehltritt sofort verzeiht. Nach zwei eher erfolglosen, "beschissenen" (O-Ton Williams) Alben muss er sich beweisen, neu erfinden. Zu Hilfe kommen ihm dabei seine schärfsten Waffen: Sein Witz, sein immer noch nicht zu leugnender Charme und eine gewisse Lässigkeit.

Gerade Letzteres ist essenziell: Bei dem vorab zur Schau gestellten Ehrgeiz hätte "Take The Crown" auch eine verkrampfte Angelegenheit werden können. So wie einst "Rudebox" (2006), mit dem Williams seine Experimentierfreude beweisen wollte. Zu forciert wirkt das neue Album aber nicht - vielleicht mit Ausnahme des Elektro-Punk-Songs "Hey Wow Yeah Yeah". Auch das leichte Krächzen, das Überschlagen seiner Stimme in den höchsten Lagen klingt etwas zu sehr nach Kraftanstrengung. Aber bei allem Willen, ein großes Album voll mit potenziellen Hitsingles abzuliefern: Williams versucht glücklicherweise nicht, andere, "jüngere" Pop-Erfolgsrezepte nachzuahmen. Denn er ist nicht die männliche Version von Lady Gaga oder ein Justin Bieber für Hausfrauen. Er weiß, welche Rolle ihm (zu)steht - und füllt sie bestens aus.

Robbie Williams gibt auf "Take The Crown" den vielseitigen und erfahrenen Entertainer: fröhlich, anzüglich, sentimental. Das Wichtigste jedoch: Für alle Stimmungen hält er die passende eingängige Melodie parat. Zugegeben: Die fast schon grenzdebil gut gelaunte Vorabsingle "Candy" macht ihrem Namen alle Ehre, der Song ist süß, pappig und verklebt die Ohren. Bei vielen Liedern macht sich die Produktion von Jacknife Lee (U2, R.E.M., Snow Patrol) jedoch bezahlt: "Take The Crown" ist Stadion-Pop. Da dürfen die Gitarren angenehm hymnisch klingen ("Hunting For You", "Into The Silence"), Refrains melodramatisch sein ("Different", hörbar co-komponiert von Take-That-Buddy Gary Barlow), die 80er-Jahre-Synthies und Pop-Phrasen ("Shit On The Radio") bis zur Parodie überhöht werden. Williams kann sich das alles erlauben, weil meistens ein Augenzwinkern, sein selbstironischer Charme in den Songs mitschwingt. Es sind diese Waffen, die "Take The Crown" zu einem guten Popalbum machen.

Stefan Weber
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Be a Boy Be a Boy
2 Gospel Gospel
3 Candy Candy (Übersetzung)
Candy
4 Different Different
5 Shit on the Radio Shit on the Radio
6 All That I Want All That I Want
7 Hunting for You Hunting for You
8 Into the Silence Into the Silence
9 Hey Wow Yeah Yeah Hey Wow Yeah Yeah
10 Not Like the Others Not Like the Others
11 Losers Losers
12 Reverse Reverse
13 Eight Letters Eight Letters

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