Skrillex - Recess
erhältlich ab
21.03.2014
Genre
  • House/Techno
  • Dubstep
Label
Warner
Vertrieb
Warner
Laufzeit
00:46:31
Redaktion
Eure Bewertung

Wer zuletzt lacht ...

Brostep? Ja, mit diesem abfällig gemeinten Genre-Stempel muss Skrillex leben, seit er den basslastigen und nervösen Dubstep-Sound in die ganz großen Konzerthallen und in die Mainstream-DJ-Sets getragen hat. Die Häme ist dem mittlerweile millionenschweren Produzenten aber anscheinend ziemlich egal. Den ersten Song seines lang erwarteten Debütalbums "Recess" nennt er nämlich ironischerweise "All Is Fair In Love And Brostep".

Ein bisschen gehässig ist das Musikgeschäft zuweilen ja schon. Denn spätestens seit der erfolgreich in den Charts platzierten EP "Bangarang" (2011) ist der aggressive Ausläufer zeitgenössischer EDM (Electronic Dance Music) namens Dubstep ohnehin in der Popmusik, in den Großraumdiscotheken der Vorstädte und den Boutiquen der angrenzenden Mega-Malls angekommen und findet sogar Verwendung in deutschen Automobil-Fernsehspots. Das Genre ist angesagt und bescherte Skrillex mittlerweile tatsächlich mehrere Millionen verkaufte Tonträger (beziehungsweise Downloads) und respektable sechs Grammy-Awards (etwa für den Song "Scary Monsters And Nice Sprites" und als bester neuer Künstler 2012).

Da kann es Sonny Moore, diesem blassen Typen aus Los Angeles, der mit seiner schwarzen Undercut-Frisur ähnlich aus den Trendparametern ausbricht wie sein einst progressiver Sound, wahrscheinlich egal sein, ob die Musikexperten ihm den Ausverkauf eines Genres vorwerfen. Erwähnenswerter ist im Bezug auf "Recess" viel eher, dass der 26-Jährige sich durchaus traut, das Tempo etwas runterzufahren. Er eröffnet sein Debüt nicht nur mit einem launigen Statement im ersten Songtitel, sondern funktioniert auch durchaus andere elektronische Musikstile zu seinen eigenen Zwecken um.

"Coast Is Clear" erscheint zwischen den natürlich immer noch mehrheitlich vorhandenen Flipperautomaten-Subbass-Brechern als eine beinahe entspannte Fingerübung mit treibendem Beat und soulig zurückgelehntem Sprechgesang von Feature-Gaststar Chance The Rapper. Wie eine zuckrige Pop-Kamelle spielt danach auch "Ease My Mind (feat. Niki & The Dove)" auf, bricht aber zum Refrain doch in einem Super-Mario-Gewitter zusammen. Weitere Namen auf der natürlich umfangreichen Gästeliste sind unter anderem Diplo (auf "Dirty Vibe"), Passion-Pit-Sänger Michael Angelakos und die altehrwürdigen Ragga Twins aus England.

Was am Ende, nach hektischen Breakbeats, schneidenden Soundschnipseln, gepitchten Stimmen und synkopischen Rhythmusverwirrungen bleibt, ist ein solides Debüt, das trotz der erhöhten Bandbreite an Stilen keine echte Offenbarung geworden ist. Aber wer zu Skrillex schon vorher nicht nur in der Mehrzweckhalle auf der Tanzfläche, sondern auch daheim hyperaktiv abgetanzt hat, ist mit "Recess" auf jeden Fall gut bedient.

Klaas Tigchelaar
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 All Is Fair in Love and Brostep
2 Recess Recess
3 Stranger
4 Try It Out (Neon mix)
5 Coast Is Clear
6 Dirty Vibe
7 Ragga Bomb
8 Doompy Poomp
9 Fuck That
10 Ease My Mind
11 Fire Away

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