Spin Doctors - If The River Was Whiskey
erhältlich ab
19.04.2013
Genre
  • Rock/Pop
  • Blues/Rock
Label
Ruf
Vertrieb
in-akustik
Laufzeit
00:43:28
Redaktion
Eure Bewertung

Hochprozentiger Blues-Rock

Nach acht Jahren Album-Pause hat sich der Kreis für die Spin Doctors geschlossen. Mit einer durchaus nach Befreiungsschlag klingenden Rückmeldung namens "If The River Was Whiskey" rekapitulieren die New Yorker die Umstände aus den Anfangstagen der Band.

Damals, gegen Ende der 80er-Jahre, tingelte das in seinen Zwanzigern angekommene Quartett zunächst durch die New Yorker Bar- und Club-Szene. Dort outeten sie sich als aufstrebende Jünger des Blues, den sie mit überzeugendem Eigenmaterial zelebrierten.

Doch zunächst kam alles anders: Die Spin Doctors änderten ihren Sound und feilten an ihrer Version des damals sich gerade entwickelnden Alternative- und Grunge-Booms. Mit einer ausgefeilten Prise Jam-Rock, der den Rhythmus des Funk atmete und nur marginal Blues-Zitate duldete, eroberten sie die Welt. Ihr Debüt "Pocket Full Of Kryptonite" avancierte im ersten Drittel der 90-er zum Klassiker, die darauf enthaltenen Dauerbrenner "Two Princess" und "Little Miss Can't Be Wrong" genießen auch heute noch regelmäßiges Airplay. Danach verstrickten sich die Spin Doctors im Mittelmaß, an dem auch das stellenweise wieder bessere "Nice Talking To Me" (2005) nicht viel ändern konnte.

Wenn man nun ihren neuen Longplayer hört, fragt man sich ernsthaft, was wohl aus den Spin Doctors geworden wäre, hätten sie sich vom Blues nie abgewandt. Vielleicht wären sie die Vorreiter der Black Keys oder eine hemdsärmelige Version der White Stripes geworden? Wie auch immer, der lupenreine Bluesrock auf "If The River Was Whiskey" überzeugt auf ganzer Linie. Eigentlich als Demo gedacht, wurde das Material in nur drei Tagen ganz ungezwungen aufgenommen und schließlich für so gut befunden, dass man die Songs ohne Nachbearbeitung für das neue Album freigab.

Dass einige der Lieder bis zu 25 Jahre auf dem Buckel haben, andere indes erst letztes Jahr entstanden, hört man dem Album nicht an. Dazu tragen sicher die zeitlosen Blues-Schemata bei, ausschlaggebend ist allerdings Spielfreude und gefühlte Agilität, mit der die Spin Doctors ihre wiedergefundene musikalische Identität abfeiern. Derart entspannt aufspielend und gleichzeitig energetisch auf den Punkt rockend - das hätten den Spin Doctors wohl die wenigsten zugetraut. "If The River Was Whiskey" darf getrost als das erste Spin-Doctors-Album ohne Schwächen bezeichnet werden - und das sei ihnen von ganzem Herzen gegönnt!

Constantin Aravanlis
teleschau | der mediendienst

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