The Sounds - Weekend
erhältlich ab
15.11.2013
Genre
  • Rock/Pop
  • Rock
Label
Arnioki
Vertrieb
Rough Trade
Laufzeit
00:41:23
Redaktion
Eure Bewertung

Wieder am rechten Ort

The Sounds waren zur rechten Zeit am rechten Ort: Als 2002 das The-Band-Revival in der Rockmusik grassierte, kam der Retro-Zeitgeist den Newcomern damals gerade recht. Denn neben The Strokes und The Hives machte das Quintett aus dem schwedischen Helsingborg eine gute Figur. Mit ihrem leicht elektrifizierten Post-Punk, der sich stark an Blondie orientierte, klangen The Sounds zudem tanzbarer und unbefangener als ihre manchmal oft allzu cool wirkenden Kollegen. Die Aufregung von damals hat sich zwar längst wieder gelegt, mit ihrem neuen Album "Weekend" weiß die Band aber auch ohne begleitenden Hype wieder zu überzeugen.

Das war nicht immer so: Mit ihrem zweiten Longplayer "Dying To Say This To You" (2006) verfeinerten The Sounds ihr Sound-Konzept, 2009 machten sie auf "Crossing The Rubicon" auch nicht vor dem Dancefloor halt. Keyboards spielten den Gitarren beinahe den Rang ab, und auf ihrem 2011 erschienenen Album "Something To Die For", das kaum noch mit treffend dengelnden Gitarrenlinien auftrumpfte, verloren sich The Sounds zusehends im synthetischen Sumpf. Mittlerweile goutieren Stars wie Quentin Tarantino und Dave Grohl (Foo Fighters) die fünf Schweden um die charismatische Sängerin Maja Ivarsson. Auch Hollywood griff zur Untermalung einiger Blockbuster ("Final Destination 2", "Scream 4") zu den Songs der Truppe.

Auf ihrem neuen Werk "Weekend" bringen The Sounds nun ihre bisherige Karriere musikalisch auf einen gemeinsamen Nenner: Die Entstehung der Platte spiegle die letzten zehn Bandjahre inklusive aller guten und schlechten Begleiterscheinungen wider, erklärt die Band. Und in der Tat klingt "Weekend" wie ein optimiertes Konglomerat aus allen vier Vorgängeralben: Schnelle, ohrwurmlastige Pop-Songs ("Outlaw") wechseln sich mit harmlosem Indie-Wohlklang ("Great Day") und rhythmischem Disco-Punk ("Shake Shake Shake") ab.

Produzent Alex Newport (At The Drive-In, Bloc Party, The Mars Volta) verpasste The Sounds auf "Weekend" einen homogenen Sound, der das alte Faible der Band für Post-Punk und Wave ordentlich in den Vordergrund rückt und so den Songs wieder zur alten Stärke verhilft. Zudem enthält "Weekend" die ausgefeiltesten Harmonien, die The Sounds jemals zu bieten hatten ("Emperor", "Panic"), dazu kommen die üblichen Party-Smasher ("Animal") und Balladen ("Weekend"). Kommt diese Wiederbesinnung aber noch zur rechten Zeit? Egal. Musikalisch befinden sich The Sounds wieder am rechten Ort

Constantin Aravanlis
teleschau | der mediendienst

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