Toto - Toto XIV
erhältlich ab
20.03.2015
Genre
  • Rock/Pop
  • Rock
Label
Frontiers
Vertrieb
Soulfood
Laufzeit
00:58:21
Redaktion
Eure Bewertung

Ihrer Linie treu

Wenn man so will, waren Toto eigentlich nie weg. Sie ließen sich eben einfach mal neun Jahre Zeit, um ein neues Studio-Album aufzunehmen. Schließlich muss die US-Rockband nichts mehr beweisen, die Messlatte lag zudem hoch: Der Vorgänger "Falling In Between" (2006) konnte den eigenen Ansprüchen genügen und wurde auch von vielen Fans zu Recht geliebt. Was die Erwartungen an "Toto XIV" im Vorfeld zusätzlich noch hochschraubte, war die Liste der Rückkehrer ins Line-up der Band.

So bedient Steve Porcaro wieder das Keyboard, den Leadgesang auf "Toto XIV" steuerte Joseph Williams bei, der bereits von 1986 bis 1990 am Mikro stand. Und sogar Gründungsmitglied David Hungate am Bass ist nach - sage und schreibe - 32 Jahren wieder mit an Bord. Besonders seine Rückkehr begeisterte Fans, wurde allerdings jüngst vom Tod seines Vorgängers Mike Porcaro überschattet.

Dennoch, kann man kann eines gleich vorwegnehmen: Das Warten hat sich tatsächlich gelohnt. Man übertreibt auch sicherlich nicht, wenn man Toto 2015 eine Frische attestiert, die sie in dieser Form lange nicht mehr auf Albumlänge konservieren konnten. Und auch die Aussage von Steve Porcaro im Vorfeld, "Toto XIV" knüpfe an "Toto IV" (1982) an und sei ein klassisches Album voller moderner und zeitloser Songs, kann man so stehen lassen.

Vor allem die Dichte an waschechten Classic-Rock-Songs, die zugleich anspruchsvoll arrangiert und instrumentiert sind, ist beeindruckend. Schon der Opener "Running Out Of Time" kommt so unerwartet leichtfüßig und mit toller Gitarrenarbeit daher, dass jedem AOR-Fan das Herz aufgehen muss. "Holy War" ist eine vom Keyboard und starkem Gesang getragene Hymne mit hohem Suchtpotenzial. Bei "21st Century Blues" begeistern Toto mit erdig-bluesigen Rock, der mit einem Saxofon überrascht. "Orphan" schließlich geizt nicht mit eingängigen Melodien und kraftvollen Hooks.

Und das sind nur einige Highlights auf "Toto XIV", fast jeder Song hat seinen eigenen Charakter und ist gekonnt auskomponiert. Einziger Ausfall ist der furchtbare Schmuse-Rocker "The Little Things". Was die betagten Herren wohl zu diesem ekligen, klebrig-poppigen Song getrieben hat? Eigentlich auch egal. In ihrer aktuellen Hochform dürfen Toto gerne eine Weile aktiv bleiben.

Radu Todoran
teleschau | der mediendienst

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