WestBam - Götterstrasse
erhältlich ab
26.04.2013
Genre
  • House/Techno
  • Techno/Pop
Label
Vertigo - UDR
Vertrieb
Universal
Laufzeit
01:03:32
Redaktion
Eure Bewertung

Auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit

Ob mit dem dramatischen und traurigen Ende der Loveparade nun auch bald Westbams Karriereende eingeläutet wird? Der DJ ist inzwischen 48 und gibt im Interview offen zu, kein Nachtmensch (mehr) zu sein. Aber macht ihn seine Musik vielleicht zum Zeit, Nachtleben und Trends überdauernden Altmeister? Nicht wirklich, auch wenn der "Prophet der Raving Society" auf seinem neuen Album "Götterstraße" versucht, allgemeingültiger zu arbeiten. Doch ein Dutzend bekannter Gäste, die zu eher durchschnittlicher Techno-Hintergrundmusik singen, machen eben noch kein Meisterwerk.

Klar: Maximilian Lenz alias Westbam wurde stets respektiert, von Partymachern, Mayday-Tänzern und Mainstream-Technojüngern sogar gefeiert. Seine Leistung: In der Mitte überdrehter Party-People prägte er eine massenkompatible Dancekultur - inklusive aller optischen Entgleisungen. Und vielleicht ist Westbams Verständnis von Techno im neuen Jahrtausend bald schon wieder so antiquiert, dass es bald wieder cool werden könnte.

Auch sein Vermächtnis ist nicht zu unterschätzen: Westbam war nicht nur Resident-DJ der Loveparade und Komponist von zahlreichen ihrer Hymnen, er steht auch für die Infiltration der elektronischen Musik im Mainstream. Wer sich "Götterstrasse" anhört, merkt, dass der Komponist es sich dort gut eingerichtet hat. Und er gut daran getan hat, zahlreiche internationale Künstler aus verschiedenen musikalischen Epochen ans Mikrofon zu holen. Zu unaufdringlich verwaschenen Beats und eher monotonen Synthesizer-Begleitungen dürfen immerhin Sänger wie Kanye West ("Radio Siberia"), Lil Wayne ("Kick It Like Sensai"), Brian Molko von Placebo ("Sick") oder Sängerin Inga Humpe ("To The Middle Of Nowhere") ein paar Gesangszeilen beisteuern, die sich entfernt oder konkreter mit dem Kosmos der Club-Kultur beschäftigen.

Die erste Single "You Need The Drugs" (featuring Richard Butler von den Psychedelic Furs) ist demnach ausdrücklich keine Hymne für, sondern natürlich gegen die Drogen. Ebensogut hätte Westbam die Hymne natürlich von den ebenfalls hier vertretenen Drogen-Intensivtätern Iggy Pop ("Iron Music") oder Hugh Cornwell von The Stranglers ("A Night To Remember") singen lassen können, was letztlich aber für die Präsentation des Albums keinen Unterschied macht. Denn so durchschnittlich und auf Massentauglichkeit optimiert wie die Tracks klingen, verhilft ihm keiner der 13 Gastsänger zu einem großen Song. Angeblich wird Westbam die einzelnen Tracks demnächst als Remixe in die Clubs tragen. Für alle, die dann dort noch auf ihn warten.

Klaas Tigchelaar
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 You Need the Drugs You Need the Drugs
2 Kick It Like a Sensei
3 Rebel Heart
4 Iron Music
5 She Wants
6 Götterstrasse No. 1
7 Sick Sick
8 To the Middle of Nowhere
9 Radio Siberia Radio Siberia
10 We Feel Love
11 Solid Sound
12 Where We're From
13 A Night to Remember
14 Reprise

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