Yeah Yeah Yeahs - Mosquito
erhältlich ab
12.05.2013
Genre
  • Rock/Pop
  • Indie-Rock/Punk
Label
Polydor - UID
Vertrieb
Universal
Laufzeit
00:47:35
Redaktion
Eure Bewertung

Homogene Vielfalt

Bereits mit Ihrem Debüt "Fever To Tell" avancierten die Yeah Yeah Yeahs vor zehn Jahren zur neuen Hoffnung der Indie-Rock-Szene - insbesondere jener ihrer Heimatstadt New York City. Zwischen ihre Mixtur aus Rock'n'Roll, Post-Punk und urbanem Blues presste das Trio um die charismatische Performerin Karen O einen großen Brocken Garagenrock und schuf so ein musikalisches Konzept, das seinerzeit den Szene-Kosmos rund um The Strokes, The Kills und The White Stripes logisch erweiterte. Von diesem Kontext lösten sich die Yeah Yeah Yeahs danach aber schnell - mit ihrem vierten Album "Mosquito" gelingt ihnen nun weiterer, konsequenter Entwicklungsschritt.

Schon mit "Show Your Bones" (2006) und "It's Blitz!" (2009) bewiesen die Drei, dass der schnelle Hype nicht ihr Ding ist. Vielmehr bauten die Yeah Yeah Yeahs ihre Version eines Großstadt-Indie-Punk-Sammelsuriums Stück für Stück weiter aus und ließen vor allem der Elektronik mehr Raum in ihrer Musik zukommen. Der griffige Hipster-Punk musste vor allem auf "It's Blitz!" sein Dasein mit pluckernden, analogen Synthesizer-Disco-Pop teilen.

Ganz so weit treiben es die Yeah Yeah Yeahs auf ihrem vierten Meisterstück "Mosquito" indes nicht. Synthies? Ja! Ausgefuchster? Sowieso! Zudem klingt die Platte trotz der abwechslungsreichen Songs als Ganzes sehr homogen. Man spürt deutlich, dass Karen O, Gitarrist Nick Zinner und Drummer Brain Chase all ihre Erfahrung, Herzblut und Gefühl in "Mosquito" gelegt haben, um eine durchdachte Zusammenfassung ihrer bisherigen Diskografie zu erzeugen, ohne sich dabei zu wiederholen. Wie auch teilweise auf den Vorgängeralben griffen der Band mit Nick Launay (Arcade Fire, Nick Cave) und David Andrew Sitek (TV On The Radio) zwei Studio-Vollprofis unter die Arme, erstmals flankiert von James Murphy (LCD Soundsystem).

"Sacrilege" eröffnet den Spaß mit schaurig-schönem Wave-Pop, der im hinteren Teil mit strahlenden Klang-Tupfern aus Gospel-Chören untermauert wird. Das folgende "Subway" punktet mit experimentellen Loops und in Zuckerwatte gepackter Gothic-Atmosphäre, die von gleitender Elektronik und Karen Os laszivem Hauchen verstärkt wird. Im Titelsong pendelt sich das Trio referenztechnisch irgendwo zwischen den Talking Heads und Blondie ein, während sich "Under The Earth" verschwörerisch in den Katakomben eines geisterhaften Hall-Effekts suhlt: synthetisches Rauschen, schlurfender Beat - ein biestiger Popsong der Extraklasse.

Den dräuenden Post-Wave-Gitarren von "Buried Alive" jubelt James Murphy einen entspannt dahinbrodelnden Ghostrider-Synthie-Teppich unter, der zudem von einem geschmackvollen Rap-Part von Dr. Octagon alias Kool Keith aufgewertet wird. Im zaghaft dahingroovenden "Wedding Song" lassen die Yeah Yeah Yeahs noch einmal eine gehörige Portion elegant platzierter elektronischer V-Effekte in den Reigen ihres urbanen Indie-Pops rieseln. Karen O konzentriert sich mit ganzer Kraft auf ihre Vokale, ehe die Schlagzeug-Programmierung mit seichtem Tamtam auf das aushallende Finale aufmerksam macht. Magisch!

Constantin Aravanlis
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Sacrilege Sacrilege (Übersetzung)
Sacrilege
2 Subway Subway
3 Mosquito Mosquito
4 Under the Earth Under the Earth
5 Slave Slave
6 These Paths These Paths
7 Area 52 Area 52
8 Buried Alive Buried Alive
9 Always Always
10 Despair Despair
11 Wedding Song Wedding Song
12 Subway (NOLA demo)
13 Wedding Song (acoustic version)
14 Despair (acoustic version)
15 Mosquito (live From YYYs Bunker Studio)

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