Ciara - Ciara
erhältlich ab
05.07.2013
Genre
  • Rock/Pop
  • R'n'B/Pop
Label
Epic - Sony Music International
Vertrieb
Sony Music
Laufzeit
00:43:20
Redaktion
Eure Bewertung

Nummer drei gibt nicht auf

Es ist ein noch nicht empirisch untersuchtes Phänomen: Der dritte Song eines Albums ist in den meisten Fällen auch der erste etwas ruhigere in der Ansammlung. Diese wahrscheinlich bewusst eingesetzte Entschleunigung einer Platte soll wohl dazu dienen, dem Hörer eine kleine Verschnaufpause zu gönnen, bevor das Tempo wieder angezogen wird. Die Formel, die sich seit Jahrzehnten durch nahezu alle Genres zieht und bewährt hat, bewirkt eine gewisse Vorhersehbarkeit. Den Musikern und Produzenten nun aber mangelnde Innovation vorzuwerfen, wäre zu einfach: Aus Gründen der Gewohnheit greift der geneigte Fan lieber zu den Künstlern, von denen er weiß, was er hat. Sängerin Ciara untermauert die eingangs aufgestellte Theorie, denn ihr neues selbstbetiteltes Album enthält genau das, was man von einer R'n'B-Künstlerin erwartet: säuselnder Gesang, HipHop-Beats, elektronische Spielereien und ein paar - nicht nur als dritten Track - eingestreute Balladen.

Rückblickend betrachtet war Ciara eigentlich immer eine der verspielteren Sängerinnen des Genres, so waren ihr auch die etwas härteren Elemente des Crunk nicht fremd. Die 27-Jährige mag sich zwar nicht vor dem Gebrauch anderer Stile scheuen, aber im Kern bleibt sie eine typische Vertreterin des R'n'B, die ihre hübsche Stimme gekonnt einzusetzen weiß. Um ihr mangelndes Sprechgesangstalent auszugleichen, lud sie Skandalnudel Nicki Minaj ins Studio ein, die mit frecher Schnauze über das eröffnende Beatmonster "I'm Out" rappen durfte. Erwartungen erfüllt, der Opener macht Lust auf mehr Tanzmusik. Das anschließende "Sophomore" drückt zwar schon etwas auf die Bremse, die Bassline weist aber daraufhin, das mit Kuscheln noch nicht zu rechnen ist.

Denn diese Aufgabe übernimmt die verträumte Ballade "Body Party", die mit einer gehörigen Portion Kitsch versehen wurde und geradezu danach schreit, sie mit seinem Partner in vertrauter Zweisamkeit zu genießen. So weit, so R'n'B. Doch Ciara lässt gegen Ende ihrer Platte mit "Overdose" kurz noch einmal aufhorchen: Mit Anklängen an britischen Synthiepop der 80er- und 90er-Jahre gibt sich die Sängerin plötzlich von einer bodenständigen und erwachsenen Seite, die Lust auf mehr macht. Diesen Song an dritter Stelle platziert, und "Ciara" hätte die Theorie zunichte gemacht. So aber kriegt der Fan das, was er erwartet - und wahrscheinlich sogar braucht.

Ben Hiltrop
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc
Titel Unsere Songtexte
Overdose Overdose

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