John Legend - Love in the Future
erhältlich ab
30.08.2013
Genre
  • Rock/Pop
  • R'n'B/Soul/Pop
Label
Columbia - Sony Music
Vertrieb
Sony Music
Laufzeit
00:49:13
Redaktion
Eure Bewertung

Rosaroter R'n'B

Er ist immer eine gute Wahl. Snoop Dogg, Jay-Z, Lil' Wayne, Mary J. Blige und nicht zuletzt sein Förderer Kanye West griffen in der Vergangenheit immer wieder auf das Talent von John Legend zurück, um ihren Songs zu veredeln. Und der 34-Jährige besitzt unzweifelhaft eine der schönsten Stimmen der zeitgenössischen Soul-Musik. Seine Karriere als Solokünstler konnte davon bislang nur bedingt profitieren. Denn trotz bislang vier US-Top-Ten-Alben und neun Grammys wartet die Musikwelt immer noch auf den ganz großen Wurf von John Legend. Jener ist ihm auch mit "Love In The Future" nicht gelungen.

Nach "Wake Up", der stilsicheren Neuvertonung eher unbekannter 60er- und 70er-Jahre-Soul-Perlen, die Legend 2010 gemeinsam mit The Roots vorlegte, äußerte er selbst hohe Ansprüche an sein erstes Album mit eigenen Songs seit fünf Jahren. Mit "Love In The Future", formulierte Legend gegenüber dem US-"Billboard"-Magazin, habe er ein "richtig großartiges modernes Soul-Album" machen wollen. Es sei ein zudem Ausdruck seiner derzeitigen Zuversicht - Legend ist seit 2011 mit dem Model Chrissy Teigen verlobt - angesichts seiner Zukunft: "Ich werde bald heiraten. Es ist der Beginn von etwas Neuem, ich bin sehr optimistisch, und das kann man in den Songs hören."

In der Tat: Legend beschwört in allen erdenklichen Formen die Kraft der ewigen Liebe. Er bezeichnet die geliebte Person als Anfang und Ende seines Daseins ("All Of Me"), ist sich sicher, dass man füreinander bestimmt sei ("Made To Love") und denkt sogar schon an die Babyplanung ("The Beginning ..."). So weit, so rosarot. Aber so wortreich Legend seine Verliebtheit besingt, so begrenzt sind seine musikalischen Ausdrucksformen. Er, der einst für seine warmen und analogen Vintage-Sounds gefeiert wurde, setzt jetzt fast ausschließlich auf (vor-)programmierte Sounds. Oder kurz: "Love In The Future" ist eher moderner R'n'B-Pop als klassischer Soul.

Dank der Zusammenarbeit mit seinen langjährigen Partnern Dave Tozer (John Mayer, Justin Timberlake) und Kanye West sind die Produktionen jederzeit geschmackssicher, aber auch etwas gleichförmig. Da lässt die einsame Trompete in "You & I (Nobody In The World)" schon aufhorchen, eine prominent eingesetzte E-Gitarre in "Made To Love" und eine klassische Piano-Ballade wie "All Of Me" fallen schon fast aus dem Rahmen. Höhepunkt des Albums ist dann auch das einzig prominente Gast-Feature: Bei "Who Do We Think We Are" setzt Rapper Rick Ross einen willkommenen Kontrapunkt zu Legends Streicheleinheiten, auch der Track selbst - samt Samples von Marvin Gaye, Jean Knight und Lenny Kravitz - ist mit Abstand die einfallsreichste Produktion des Albums.

Überhaupt bleibt festzuhalten: Sobald sich Legend nur auf seine, gerne mal ins Pathos abdriftende Stimme, Standard-Beats und Synthie-Sounds verlässt, tendieren seine Songs Richtung Charts-Pop. Im Vergleich zu anderen R'n'B-Künstlern und ihren Alben ist er zwar damit auch als Solokünstler immer noch eine gute Wahl. Aber eben keine großartige.

Stefan Weber
teleschau | der mediendienst

Tracklist

Disc 1
Titel Unsere Songtexte
1 Love in the Future (intro)
2 The Beginning... The Beginning...
3 Open Your Eyes Open Your Eyes
4 Made to Love Made to Love
5 Who Do We Think We Are Who Do We Think We Are
6 All of Me All of Me (Übersetzung)
All of Me
7 Hold On Longer Hold On Longer
8 Save the Night Save the Night (Übersetzung)
Save the Night
9 Tomorrow Tomorrow
10 What If I Told You? (interlude) What If I Told You? (interlude)
11 Dreams Dreams
12 Wanna Be Loved Wanna Be Loved
13 Angel (interlude) Angel (interlude)
14 You & I (Nobody in the World) You & I (Nobody in the World)
You & I (Nobody in the World) (Übersetzung)
15 Asylum Asylum
16 Caught Up Caught Up
17 So Gone So Gone
18 We Loved It We Loved It
19 Aim High Aim High
20 For the First Time For the First Time (Übersetzung)
For the First Time

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