P.O.D. - SoCal Sessions
erhältlich ab
21.11.2014
Genre
  • Hard&Heavy
  • Rock
Label
Universal Music
Vertrieb
Universal
Laufzeit
00:49:10
Redaktion
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Jeder, der Anfang der Nuller-Jahre auf fette Bratgitarren stand, kann mit Sicherheit heute noch ''Alive'' und ''Youth Of The Nation'' von den US-Rap-Rockern P.O.D. - zumindest teilweise - aus dem Stegreif rezitieren. Nach einigen sonnigen Jahren am Rockstar-Himmel sank der Stern der Band aber recht schnell, die Kalifornier verschwanden im Niemandsland des mittlerweile als überholt geltenden Nu-Metal-Genres. Jetzt haben P.O.D. einen neuen Plattenvertrag in der Tasche und greifen wieder an. Dazu schicken sie auf ''SoCal Sessions'' zwölf akustische Versionen ihrer größten Hits, sozusagen als Vorhut zum neuen Langspieler, der irgendwann 2015 erscheinen soll, in den Ring.

Die Auswahl der Stücke war erwartbar. Wobei neben den erfolgreichen Singles eher Songs mit auf die Tracklist gerutscht sind, die schon im Original mit weniger massiven Gitarrenwänden aufwarteten. Dabei bleiben P.O.D. auf "SoCal Sessions" sehr häufig sehr nah an der Vorlage. Selten wird mit veränderten Arrangements, erweiterter Instrumentierung oder Harmonien gespielt. ''Youth Of The Nation'' etwa darf sich weiterhin mit seinem Delay überladenen Riff und den kraftlosen Raps von Sänger Paul "Sonny" Sandoval schmücken. Der sanfte Reggae-Song ''Strength Of My Life'' zieht in dieser Version noch unmotivierter am Ohr vorbei als die Album-Version und die Single ''Higher'' vom 2012er Album ''Murdered Love'' ist alles, nur nicht experimentierfreudig.

Der Song, der am meisten heraussticht auf ''SoCal Sessions'', ist ''Alive''. Der Megahit der professionellen Christen gewinnt durch erhöhtes Tempo und Latin-Rhythmen eine neue Qualität hinzu, die zu gefallen weiß. Danach kommt mit Abstrichen ''I'll Be Ready'', bei dem Saitenhexer Marcos Curiel dem dünnen, mit Hall überladenen Stimmchen von Sandoval zumindest herausragende Gitarrenarbeit entgegenstellt.

Sonst plätschert die Platte, wie man es schon seit 1999 gewohnt ist, unspektakulär vor sich hin. Neue musikalische Akzente kann so gut wie keine der Unplugged-Nummern setzen. Dazu kommen die immer gleichen lyrischen Ergüssen der Marke "Morgen wird alles besser, solange du glaubst". Aber das ist man von P.O.D. nun mal gewohnt. Dabei wäre ein akustisches Album wie ''SoCal Sessions'' die perfekte Gelegenheit gewesen, die verkrusteten Strukturen aufzubrechen, die eigene Comfort-Zone zu verlassen und den Songs eine neue Richtung zu geben. Diese Chance haben P.O.D. etwas leichtfertig verspielt. Stattdessen bleiben sie lieber auf ihrem ausgetrampelten Pfad. So verkommt ''SoCal Sessions'' zu dem, als was es (wahrscheinlich) ursprünglich gedacht war: Ein Versuch sich wieder ins Gespräch zu bringen, bevor eine neue Platte erscheint.

Radu Todoran
teleschau | der mediendienst

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