Last Night Of The Proms 2014 begeisterte Bremen

Mon, 22 Dec 2014 12:03:00 GMT von

Seit nunmehr zwanzig Jahren bietet die "Night Of The Proms" ein Konzerterlebnis der besonderen Art. Als Highlight zum Jahresende beglückte sie abertausende Menschen mit einer bunten Show aus Klassik und Pop.

Die "Night Of The Proms" tourt mittlerweile um die halbe Welt. 2014 konnte man erstmals sogar vier Shows in den USA erleben. Der Erfolg in Übersee war offenbar so gewaltig, dass im kommenden Jahr gleich die zehnfache Dosis geplant ist: Ganze 40 Veranstaltungen wird es dort in verschiedenen Bundesstaaten geben. In Europa und Deutschland ist das Konzept von "Classic meets Pop" längst der Höhepunkt im Veranstaltungskalender unzähliger Menschen. Seit dem 27. November tourte die "Night Of The Proms 2014" durch deutsche Konzerthallen und fand am gestrigen vierten Advent ihren krönenden Abschluss in der Bremer ÖVB-Arena.

Last Night Of The Proms

Ein buntes und zugleich hochkarätiges Line-Up fand sich um 18:00 Uhr am 21. Dezember in der ÖVB-Arena ein. Altbekannte Dauergäste wie John Miles, das Orchester Il Novecento, der Chor Fine Fleur, waren neben dem unterhaltsamen Moderator Uwe Bahn, ebenso vertreten wie Italo-Star Zucchero und aktuelle Pop-Ikonen á la Marlon Roudette, Katie Melua und Madeline Juno. Wie in jedem Jahr wurde auch 2014 ein Instrument in den Fokus der "Night Of The Proms" gerückt: die Lettin Ksenija Sidorova ergänzte das Programm durch ihre Künste auf dem Akkordeon.

Tänze und Märsche

Das Konzept der Show basiert auf einer gekonnten Mixtur aus klassischer Musik und modernem Pop. Unter der Leitung des Belgiers Robert Groslot spielt das Orchester Il Novecento hierzu alle nötigen Instrumente von der Tuba, über Becken und Streichinstrumente, bis zu Flöten und Harfe. Weitere Unterstützung bietet zudem die Electric Band und der Chor Fine Fleur. Für Fans klassischer Musik wählte das Ensemble in diesem Jahr den "Slawischen Tanz Nr. 1" von Dvorak, sowie den "Slawischen Marsch". Es durfte jedoch auch das Tanzbein geschwungen werden zu Coppelias "Donauwellen", was Hunderte Paare gerne taten und somit die ÖVB-Arena kurzzeitig in einen Walzersaal verwandelten. Darüber hinaus gab es die "Diebische Elster" und "Carmina Burana" zu hören.

Einfühlsame Töne

Für akustische Erlebnisse der besonderen Art sorgte auch die preisgekrönte lettische Akkordeonspielerin Ksenija Sidorova.  Feinfühlig und mitreissend spielte sie Stücke wie "Libertango" und "Adios Nonio", begleitete jedoch im Verlauf des Abends auch die anderen Musiker bei ihren Stücken. So spielte sie ihr Instrument beispielsweise zu Marlon Roudettes Performance von "Big City Lights" aus Zeiten von Mattafix. Ein anderes Mal konnte man sie hören als Katie Melua ihren Hit "9 Million Bicycles" sang.

Schönste Popstimme

Uwe Bahn, Moderator aus Leidenschaft, führte wie immer mit Witz und Charme durch das Programm. Er versorgte das Publikum mit interessanten Informationen rund um die Geschichte der Show und ihrer Teilnehmer, motivierte zum Mitmachen und schäkerte vergnüglich mit den weiblichen Stars. Dabei schien es ihm Ksenija Sidorova in besonderer Weise angetan zu haben.

Als diese ihn jedoch aufforderte ihn bei ihrem Auftritt ein wenig unter die Arme zu greifen, ergriff (eine gespielte) Verlegenheit von ihm Besitz. Er tat als habe ihn die Angst überfallen, seine Muttersprache nicht länger zu beherrschen und eine stark durchblutete Gesichtshaut zu haben, und drehte dem Publikum erstmal den Rücken zu, bis er seine Fassung wiederfand. Bahn betonte an anderer Stelle wie stolz man sei, mit Katie Melua die schönste Popstimme im Repertoire der "Nights Of The Proms" zu haben.

Erholungspause

Die NOTP bot wie üblich ein gut dreistündiges Unterhaltungsprogramm. Die Show teilte sich daher, wie gewohnt in zwei Abschnitte. Nach der Hälfte der Zeit konnte das Publikum sich in einer ausgiebigen Pause mit frischen Getränken versorgen oder dem Sanitärbereich einen Besuch abstatten. Bevor es soweit war, ging ein Wunsch vieler Zuschauer in Erfüllung: Auf der Facebookseite der Night Of The Proms hatten sich viele Menschen gewünscht, John Miles möge doch die "Bohemian Rhapsody" von Queen mit in sein Programm aufnehmen, was der Brite gerne tat.

Durch diese Darbietung kam ordentlich Schwung auf, den Miles mit seinem Song "Music" noch weiter steigern konnte. Dann aber durften sich alle ein bisschen erholen.

Internationale Stars

Den Bereich Pop deckten 2014 zur Hälfte weibliche Stars ab. Als jüngstes Mitglied der NOTP-Familie gab Madeline Juno drei Songs zum Besten. Der gerade mal 19-Jährigen, gelang mit "Error" der Durchbruch in den Pophimmel. Mittlerweile sitzt sie dort schon fest im Sattel und plauderte zwischen "Feel You", "Like Lovers Do" und besagtem Hit "Error", munter mit den Zuschauern. Marlon Roudette, mit fast 32 Lenzen deutlich lebenserfahrener und auch musikalisch bereits ein älterer Hase, beeindruckte durch sein Spiel auf der Steeldrum zum aktuellen Superhit "When The Beat Drops Out". Natürlich gab er auch seine Stücke "Anti Hero" und "New Age" zum Besten.

God On Drums

Katie Melua wurde, wie bereits erwähnt, als schönste Popstimme angekündigt. Hört man ihr zu, wie sie mit glasklarer Stimme die Ballade "Closest Thing To Crazy" singt und sich dabei an der Gitarre begleitet, wird dem keiner widersprechen wollen. Melua hatte insgesamt vier Songs mit in die Show gebracht. Neben "No Fears For Heights" beglückte sie durch das mitreißende Stück "God On Drums", bei dem der Schlagzeuger der Electric Band einen Heiligenschein und der Bassist Teufelshörner trug. Einen Pakt mit dem Teufel schien später auch Zucchero eingegangen zu sein. Neben dem absolut mitreißenden Stück "Vedo Nero", bei dem der komplette Saal mitklatschte und fast ausflippte und dem altbekannten Superhit "Senza Una Donna", gab es nach ein paar weiteren Liedern auch "Diavolo In Me". Hier rockte der Teufel die Arena bis in den hintersten Winkel.

Abschied bis Nikolaus 2015

Viel zu schnell ging die zwanzigste "Night Of The Proms" in Bremen zu Ende. Doch durfte das Publikum zum Schluss nochmals alle Stars vereint auf der Bühne begrüßen. Gemeinsam wurde "Let It Be" geschmettert, bevor Uwe Bahn im Namen aller Mitwirkenden den Menschen einen guten Heimweg wünschte und versprach, dass man sich am gleichen Ort im nächsten Jahr wiedersehen werde. Dann allerdings nicht ganz so kurz vor Weihnachten. Die "Night Of The Proms 2015" findet am Nikolausabend, dem 6. Dezember statt. Auf diese Weise schmerzte der Schlussakkord nicht ganz so schlimm, da die Freude auf ein Wiedersehen die Herzen der Zuschauer füllte. In diesem Sinne: Nach der Show ist vor der Show. Hier gehts zur Fotostrecke.



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