Michael Kiwanuka vermittelt Heimatgefühle

Fri, 09 Mar 2012 16:03:00 GMT von

Der breiten Öffentlichkeit ist Michael Kiwanuka (gesprochen Kuh-a-nüka) möglicherweise noch kein Begriff. Sein Talent, sowie die Kritik von Fachleuten könnte das schon bald ändern. Heute hat der 24-jährige Brite sein neues Album "Home Again" veröffentlicht.

Seine Musik klingt ein bisschen wie aus der guten alten Zeit, aber nur ein bisschen. Der Soul, den er jeden Abend auf der Bühne spielt, hat ihn schon früh gefangen genommen. Als Heranwachsender wurde er durch die Liebe zu Vorbildern wie Otis Redding und Bob Dylan schnell zum Außenseiter. Alleine seine Hautfarbe ließ es unmöglich erscheinen, für einen weißen Musiker wie Bob Dylan zu schwärmen, dennoch blieb Michael seinem Geschmack treu. Kiwanukas Eltern stammen aus Uganda und zogen ihren Sohn in London groß. Die besondere Art des Arrangements von Musik aus den fünfziger Jahren hat es dem Briten einfach angetan. Vor ihm gab es schon andere Stars, die sich durch dieses leicht staubige Gefühl von zeitloser Gestrigkeit inspirieren ließen. Man denke dabei nur an die derzeit hochgelobte Adele, jedoch auch Sängerinnen wie Duffy und die verstorbene Amy Winehouse haben, beziehungsweise, hatten eine Vorliebe für den alten Soul und integrieren dessen Elemente in ihre eigenen Stücke. Kiwanuka beschreibt Musik als Gefühl, was im Grunde keine neue Erkenntnis ist, und ihr Inhalt diene dazu dieses Gefühl zu verstärken. Weil beim Soul alles direkt aus dem Herzen und der Seele des Musikers kommt, kann diese Musik somit niemals unmodern werden. Kiwanuka hat sich für seine Stücke aber sogar die alten Aufnahmetechniken zu Eigen gemacht, weil es ihnen nach seiner Ansicht mehr Raum zum Atmen lässt und sie ehrlicher und solider beim Zuhörer ankommen. Bei den Fachleuten kommt das in jedem Fall gut an, denn die BBC kürte den Musiker jetzt zum Newcomer des Jahres und zeichnete ihn im Januar mit dem BBC-Poll "Sound Of 2012" aus, diesen Preis bekam vor ihm, im Jahr 2008, die Sängerin Adele verliehen. Doch auch hier zählen für den Briten die Gefühle, die in diesem Zusammenhang bei ihm wach werden. Für ihn zählt die Reaktion des Publikums, ob live auf der Bühne beim Konzert, oder wenn die Leute seine Platte im heimischen Wohnzimmer genießen. Sind die Menschen glücklich beim Hören seiner Stücke, dann ist er es auch. Diese Gückgefühle teilen kann man mit ihm übrigens während einer kleinen Deutschland-Tournee jetzt im Frühling.

Michael Kiwanuka auf Deutschland-Tournee:

22.04.  München, Ampere
23.04.  Berlin, Postbahnhof
01.05.  Köln, Club Bahnhof Ehrenfeld
 



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