Melody Gardot beweist der Welt wie mächtig Musik ist

Fri, 04 Jan 2013 10:54:00 GMT von

Die Jazz-Sängerin Melody Gardot überstand nur durch starken Willen die Folgen eines schweren Unfalls. Dass sie bei der AVO Session auf der Bühne ihr Können präsentierte basiert unter anderem auf Musiktherapie.

Sie zählte erst 19 Lenze, finanzierte mit einem Job als Barpianistin ihr Studium und nutzte als Fortbewegungsmittel ein Fahrrad. Damit war sie unterwegs, als sie von einem Geländewagen erfasst und durch diesen Unfall schwer verletzt wurde. Über dieses Ereignis sagt Melody heute, dass es sich seltsam unwirklich abgefühlt habe, dieser Aufprall und die Zeit danach. Das lauteste Geräusch, welches sie je vernommen habe, sei ihr eigenes Schreien gewesen. Fahrerflucht, Beckenbrüche, Wirbelsäulen- und Schädelverletzungen, die bis ins Hirn reichten, waren in Kurzform die Folgen des Unfalls.

Gute Ärzte und eiserner Wille

Ein Jahr lag die junge Frau in der Klinik und kämpfte sich mit Unterstützung engagierter Ärzte zurück ins Leben. Gesund ist sie bis heute nicht: Die Beckenbrüche konnten nicht gerichtet werden, Spezialstuhl und Stock, sowie eine dunkle Brille zum Schutz der Augen gehören seither zur Grundausstattung der mittlerweile 27-Jährigen. Dennoch ist sie nicht bereit auf eine Karriere als Jazz-Musikerin zu verzichten. Immerhin war es genau die Musik, welche es ihr ermöglichte einen Neuanfang zu machen. Während des Krankenhausaufenthaltes bekam Melody Gardot unter anderem Musiktherapie und begann mit dem Schreiben eigener Songs. Auf diese Weise verbesserte sich die Hirnleistung wieder.

Mini-Album 2005

Als Ergebnis der musiktherapeutischen Maßnahmen entstanden Songtexte für ein eigenes Mini-Album. 2005, ein Jahr nach dem Unfall, veröffentlichte die Amerikanerin "Some Lessons: The Bedroom Sessions" und gehört heute, nur sieben Jahre später, zu den besten Jazz-Interpretinnen ihrer Generation. Der Jazz-Echo wurde ihr im Jahr 2010 verliehen. Trotz oftmals großer körperlicher Schmerzen, gibt es für sie nichts Schöneres als auf der Bühne zu stehen, was die "If The Stars were Mine"-Sängerin so beschreibt:"Die Auftritte kosten mich viel Kraft, aber gleichzeitig gibt es nichts, was mich so glücklich macht."

AVO-Session und drittes Album

Wie glücklich das Ausnahmetalent bei Lifekonzerten ist, konnte man entweder bereits im Oktober in Basel miterleben, oder aber am 29. Dezember im Fernsehen. Der Sender ARTE strahlte an diesem Tag den Auftritt "Melody Gardot at Avo Session 2012" als Aufzeichnung aus. Wer es verpasst hat, kann sich diese Perle der Jazz-Musik zum Glück noch nachträglich hier ansehen.

Gut zwei Jahre war die Sängerin unterwegs und tourte mit ihrem letzten Album "My One and Only Thrill" über den Planeten, flitzte von einem Kontinent zum anderen, ohne müde zu werden. Die Reiselust wurde ebenso nicht weniger, wie die Abenteuerlust und so machte sie sich schließlich alleine auf den Weg um Leute und Kulturen zu erforschen. Von Südamerika über Afrika wurden Strassen und Plätze besucht, um die Essenz all dieser exotischen Orte am Ende in einem neuen Album zu verarbeiten. Im Mai 2012 veröffentlichte die Powerfrau schließlich "The Absence" und gab darin wieder ihre ureigene musikalische Identität zum Besten. Für diesen Release fand Melody Gardot im aus Brasilien stammenden Produzenten und Gitarristen Heitor Teixeira Pereira (a.k.a. Heitor TP), Bassist John Leftwich, Perkussionist Paulinho da Costa sowie den Schlagzeugern Jim Keltner und Peter Erskine perfekte Partner für die Aufnahmen.

Tracklist - The Absence:
01. Mira
02. Amalia
03. So Long
04. So We Meet Again My Heartache
05. Lisboa
06. Impossible Love
07. If I Tell You I Love You
08. Goodbye
09. Se Voce Me Ama
10. My Heart Won't Have It Any Other Way
11. Iemanja/Chegue Journeyman



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