So tickt unsere "ESC"-Hoffnung

Fri, 10 Feb 2017 13:46:00 GMT von

Ungern spricht man in Deutschland über die letzten "Eurovision Song Contest"-Jahre: 2015 und 2016 waren die Beiträge von Jamie-Lee und Ann Sophie wahrhaftige Null-Nummern und bescherten Deutschland zweimal in Folge den letzten Platz.

Das soll, nein, muss sich ändern. Doch wer kann die Pechsträhne beenden? Im "ESC"-Vorentscheid haben die Zuschauer am Donnerstagabend abgestimmt, und die überwältigende Mehrheit war sich einig: "Levina" heißt die Glückliche, die unseren Song "Perfect Life" präsentieren darf. Mit ihrem soliden Auftritt und einer beeindruckenden Stimme überzeugte sie die Zuschauer. "Es ist Levina!", rief Moderatorin Barbara Schöneberger unter dem Jubel der Zuschauer im Studio. Was für ein Moment für eine Künstlerin, die bis dato kaum einer auf dem Zettel hatte.

Die Gefühle sortieren

"Bei mir ist es noch nicht richtig angekommen im Kopf", sagte die von ihren Gefühlen ziemlich überwältigte Vorentscheid-Siegerin direkt nach dem Voting ins ARD-Mikro. Ihr Lachen wirkte noch etwas schüchtern, aber umso herzlicher. Keine Frage, man muss sie mögen, diese Newcomerin, die sich - was sich natürlich leicht sagt - nicht zu viel Druck machen sollte.

Diesmal nur keinen letzten Platz

Denn im Grunde sind die Ansprüche an die Kandidatin nicht allzu hoch, nur einen gibt es im Grunde: Nicht noch einmal den letzten Platz, nicht noch eine Blamage! "Perfect Life", die Nummer, die sie am 13. Mai in Kiew singen wird, hat Potenzial, sie stammt aus der Feder von Lindy Robbins, die auch schon Hits für David Guetta und Jason Derulo schrieb. Doch was ist mit der Performerin, kann auch sie überzeugen? Wer ist Levina? Und wie tickt sie? Gegenüber dem ESC-Portal gab sie zumindst schon mal diese Kurzbeschreibung zu Protokoll: "Kreativ, weltoffen, und ich bin sehr groß."

Singen wollte Levina immer schon

Wem der Name Levina bisher nicht untergekommen ist, der braucht sich keine Sorgen zu machen. Neu im Musik-Business ist die 25-Jährige zwar nicht, aber bisher blieb der Charterfolg aus. 1991 in Bonn geboren, wuchs Levina, die eigentlich Isabella Lueen heißt, in Chemnitz auf. Während andere Mädchen noch Tierarzt und Ballerina werden wollten, war für sie klar: Sie möchte singen. Mit neun Jahren begann sie ihre klassische Gesangsausbildung. Sie war schon früh in Kindermusicals zu sehen.

Erste Preise bereits als Jugendliche

In ihrer Schulzeit räumte sie Preise wie den ersten Platz bei "Jugend musiziert" (2001) oder auch beim Schülerwettbewerb der Gesellschaft für politische Bildung (2006) ab. Bald soll auch die "ESC"-Trophäe im Regal stehen. Doch wer in der Musikbranche groß werden möchte, der bleibt nicht in Chemnitz: Die ambitionierte Levina schloss die Schule in Cambridge ab. Danach war nicht an eine Rückkehr in ihre Heimat zu denken, sie studierte Gesang und Komposition in London. Inzwischen ist sie in der britischen Metropole und - wo auch sonst - in Berlin zu Hause.

Genre: Soulful Pop

Berlin ist auch die Heimat ihres musikalischen Vorbilds: Joy Denalane. Die Musik von Max Herres Partnerin kann die 25-Jährige in ihrer Freizeit ununterbrochen hören. Ihre eigene Musikrichtung beschreibt Levina auf ihrer Facebook-Seite als "Soulful Pop" und mit ihrer ehemaligen Band "Miss Terry Blue" spielte sie Soul, Funk und Pop. Neben der Musik findet kaum etwas anderes im Leben der Wahlberlinerin, die selbst am liebsten Musik von Joy Denalane, Bruno Mars hört, Platz. Auf die Frage, wie sie ihre Freizeit verbringt, antwortet sie in einem ARD-Interview: "Essen". Damit dürfte sich Levina den einen oder anderen Fan sichern, der genug hat von Low-Carb und fastenden Magermodels.

Die Fanbase nimmt zu

Fans hat sie schon reichlich, und die Tendenz ist natürlich nun rapide steigend. Ein wichtiger Faktor, denn jeder Follower (außerhalb Deutschlands) könnte auch eine Stimme beim ESC-Voting sein. Auf Instagram zählt die große Blondine mit den langen Beinen schon 6.500 Menschen, die ihre Bilder bewundern, auf Facebook hat ihre Seite immerhin 4.300 Likes. Bis zum 13. Mai muss Levina noch einige Herzen gewinnen. Guten Rat kann sie sich bei Lena Meyer-Landrut holen, deren Instagram-Account schon 1,5 Millionen Menschen gefällt.

Viel zu tun

In der Nacht des Vorentscheids lag sie nach eigener Auskunft erst um 4.30 Uhr im Bett. Was sie nicht daran hinderte, kurz später im Morgenmagazin der ARD auf erstaunlich erfrischende Art Rede und Antwort zu stehen. Ein sympathisches Interview, in dem sie sich dankbar und voll des Lobes für ihre Mitkandidaten zeigte. An solche Termine wird sie sich schnell gewöhnen müssen, denn ab sofort ist ESC-Modus angesagt. Der Fokus gilt einzig und allein dem Grand-Prix-Finale in der Ukraine. "Ein toller Musikevent, bei dem Kulturen zusammenkommen und feiern", schwärmt sie im Interview mit dem Eurovision-Portal. "Vor allem verbinde ich Lenas 'Satellite' mit dem ESC, weil ich damals 50 Euro gewonnen habe, als ich für Deutschland gewettet habe." Wieviel sie wohl auf den Erfolg ihres eigenen Auftritts wetten würde?

teleschau | der mediendienst



0 Kommentare

Wenn du dich anmeldest brauchst du deinen Namen nicht bei jedem Kommentar anzugeben.

Qmn