Rassismus? Beyoncés Nichtbeachtung bei Grammys schlägt hohe Wellen

Wed, 15 Feb 2017 16:30:00 GMT von

Sie könne die Auszeichnung eigentlich nicht akzeptieren, sagte eine sichtlich gerührte Adele bei der Grammy-Verleihung am Sonntag, als sie den Hauptpreis für das Album des Jahres überreicht bekam.

"Ich fühle mich überrumpelt, bin dankbar und gütig. Doch die Künstlerin meines Lebens ist Beyoncé", bekundete sie unter Tränen. "Und dieses 'Lemonade'-Album, es ist einfach so monumental. Beyoncé ist so monumental. Es ist so durchdacht, so wunderschön und so voller Soul." Doch auch diese überaus warmen Worte nutzten nichts: "25" von Adele, nicht Beyoncés "Lemonade" ist für die Recording Academy, die Herren der Grammys, die beste Platte im berücksichtigten Zeitraum. US-Amerikanische Kommentatoren diverser Nachrichtenportale und -zeitungen sowie viele Nutzer von sozialen Netzwerken warfen dem Entscheidungsgremium anschließend Rassismus vor. Tatsächlich konnte seit 2008 kein schwarzer Künstler mehr den Preis für das beste Album gewinnen - Herbie Hancock siegte damals mit einer Hommage an Joni Mitchell. Hochgehandelte Kandidaten wie Frank Ocean (2013), Kendrick Lamar (2014, 2016) und eben Beyoncé (nach 2015 zum zweiten Mal) mussten sich in den vergangenen Jahren jeweils weißen Künstlern geschlagen geben. Neil Portnow, Präsident der Recording Academy, nahm bei "Pitchfork" zu den Vorwürfen Stellung. Er beteuert: "Ich glaube ganz und gar nicht, dass es ein Rassismusproblem bei den Grammys gibt." Die Akademie bestehe aus 14.000 demokratisch gewählten Mitgliedern, und man arbeite ständig daran, den Anforderungen von Diversität gerecht zu werden - "in puncto Ethnizität, Geschlecht, Genre und Alter". Die Rufe nach einer Neuzusammenstellung der Jury - wie bereits bei den Oscars vor gut einem Jahr geschehen - wollen aber nicht verstummen.

teleschau | der mediendienst



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