Küsse der Muse

Mon, 12 Jan 2015 17:26:00 GMT von

Ein Raster oder eine Schublade braucht es nicht mehr für Lyambiko. Die während der Endsiebziger in Thüringen zur Welt gekommene Sängerin hat sich längst aus den gängigen Schemata befreit und lebt vollkommende künstlerische Freiheit.

Muss man wirklich alles einordnen in so antiquierte Begriffe wie Jazz oder Pop? Die Welt ist groß, bunt und vielfältig und sie wächst immer weiter zusammen. Auf diese Weise inspirieren und befruchten sich Kulturen und auch die Musik permanent gegenseitig. Wir blicken auf mehr als ein Jahrhundert einander durchdringender Einflüsse aus Europa, Afrika und Amerika zurück, die sich in so unterschiedlichen Genres wie Jazz, Soul, Funk, Pop, R&B oder Blues niederschlagen.

Lyambiko schafft es einerseits, all diese Komponenten in einer einzigen Stimme zu vereinen und andererseits den Spartenhörer aufs wohlverdiente Abstellgleis schieben.

Wurzeln im Jazz

Die deutsche Sängerin Lyambiko startete ihre Laufbahn zwar als Jazzsängerin, verschrieb sich aber längst einer künstlerischen Offenheit, bei der es viel mehr um persönliche Timbres, spontane Stimmungen und subjektive Perspektiven geht als um festgelegte Kategorien oder gar Ausgrenzung. Bestanden Lyambikos frühe Alben noch aus geschmackvollen, wenn auch in ihrer Zusammenstellung eher zufällig wirkenden Standard-Interpretationen, ging die 1978 im thüringischen Greiz geborene Sängerin bald zu komplexeren Themen über.

Lieder von Frauen

Auf ihrer neuen CD "Muse" setzt sie sich eine thematische Klammer: Die von ihr ausgewählten Stücke stammen ausschließlich von Frauen. Dabei geht es ihr weder um einen Quotennachweis noch um die Frage, ob Frauen anders komponieren als ihre männlichen Kollegen. Ihr Album ist mehr aus einem Bedürfnis nach Empathie entstanden. Die Frauen, deren Originale sie hier zum besten gibt, haben ihre Songs unter ganz unterschiedlichen Bedingungen, teilweise gegen höchst unterschiedliche Widerstände geschrieben. Lyambiko eignet sie sich an und formt sie zu ihrer eigenen Geschichte, nicht mehr und nicht weniger.

Musen unterschiedlicher Art

Jutta Hipp, Stevie Nicks von Fleetwood Mac, Aki Takase, Julia Hülsmann , Abbey Lincoln, Erykah Badu, Jill Scott, Ann Ronell, Bernice Petkere, Consuelo Velazquez, Fumi Udo und Kay West sind die Songwriterinnen, auf deren Vorlagen Lyambiko hier ebenso lustvoll wie behutsam zurückgreift. Dieses Bekenntnis zu den weiblichen Impulsen in Jazz und Pop wäre jedoch höchst unvollständig, wenn mit dem unbekümmert swingenden "Spring" nicht auch eine Nummer von Lyambiko selbst dabei wäre.

Maskuline Begleiter

Sie sind längst ein eingespieltes Team, kennen sich in- und auswendig, weshalb ihr gemeinsames Livespiel jedes Mal ein Hochgenuss ist. Die Rede ist von den Herren der Schöpfung, die Lyambiko auf ihren jeweiligen Instrumenten begleiten. Das unaufdringliche, aber stets akzentuierte Spiel von Pianist Marque Lowenthal, Bassist Robin Draganic und Drummer Heinrich Köbberling transportiert, ergänzend zur variantenreichen Stimme von Lyambiko, die Haltungen, Geschichten und Reflexionen des sehr eindringlichen Kaleidoskops, welches auf dem Album "Muse" zusammengetragen wurde.

Piano, Bass und Schlagzeug umtanzen den Gesang mit beeindruckender Leichtfüßigkeit. So gelingt es diesem harmonischen Team, Intimität und Nähe zum Hörer herzustellen.

Fast ein Hörbuch

Man soll und kann "Muse" vor dem gedanklichen Hintergrund der femininen Inspiration genießen, die Lyambiko zu dieser außergewöhnlichen Liederreise bewog, man kann die Platte allerdings auch getrost als das nehmen, als was sie sich ohne Berücksichtigung dieser Hintergrundinformation außerdem noch offenbart: eine wunderbare musikalische Erzählung in 15 Kapiteln, die gleichermaßen in der Vergangenheit und Gegenwart spielt und ebenso zum Nachdenken und Innehalten auffordert, wie sie sich zur bunten Vielfalt des Lebens bekennt.

"Muse" erscheint am 30. Januar 2015 und kann bereits vorbestellt werden. Im Februar geht das künstlerische Quartett damit auf Konzertreise, die Termine lauten wie nachfolgend.
 

Lyambiko & Band auf Tour:
18.02.15 - Berlin - A-Trane
19.02.15 - Berlin - A-Trane
21.02.15 - Hamburg - Katharinenkirche
22.02.15 - Bamberg - Jazzkeller
23.02.15 - Dresden - BrockmannundKnoedlerSalon
24.02.15 - Jena - Volksbad
25.02.15 - Hannover - Jazzclub
27.02.15 - Kiel - Kulturforum
28.02.15 - Bremen - Kito
01.03.15 - Koblenz - Café Hahn
03.03.15 - CH-Zürich - Moods
04.03.15 - CH-Thun - Kongresshotel Seepark
06.03.15 - Kornwestheim - Theater
07.03.15 - Plauen - Malzhaus
08.03.15 - Augsburg - Parktheater im Kurhaus
09.03.15 - Bayreuth - Jazzforum
11.03.15 - Münster - Hot Jazz Club
12.03.15 - Osnabrück - Lagerhalle
13.03.15 - Rheda-Wiedenbrück - Jazz in der Orangerie
14.03.15 - Dortmund - Domicil
15.03.15 - Bernkastel-Kues - Mosellandhalle
17.03.15 - München - Unterfahrt
18.03.15 - Offenburg - Salmen
19.03.15 - Mannheim - Alte Feuerwache
20.03.15 - Pforzheim - Kulturhaus Osterfeld
21.03.15 - Frankfurt - Brotfabrik
22.03.15 - Bonn - Harmonie



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